Mittwoch, 14. Februar 2018

Keine Fastnachstclowin


Ich war nicht an einem Fastnachtsball, wie man bei dem Bild vielleicht vermuten könnte. Nein, ich war mit meiner Clownfreudin im Altersheim.
Es berüht mich immer sehr, mit welcher Freude die alten Menschen auf uns reagieren.
Natürlich ist das nicht bei alle so.  Diejenigen, die mit Clowns nicht anfangen könne, sind informiert und bleiben in ihren Zimmern, so lang wir da sind. Zwangsbespasst soll ja niemand werden.
Wobei es ja nicht in erste Linie darum geht, die Menschen zu Lachen zu bringen.
Etwas vom Wichtigsten bei unseren Besuchen ist nämlich das gemeinsame Singen. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie selbst ganz in sich versunkene Menschen, plötzlich anfangen den Text mitzusingen.
Singen öffnet das Herz, so empfinde ich es zumindest. Beim Singen spürt man Freude und oft  sogar ein Glücksgefühl, das vebindet uns, egal wie jung oder alt wir sind.

Kommentare:

  1. Ganz bestimmt konntet ihr vielen Menschen Freude bereiten, da bin ich mir sicher. Mitgesang und Tanzen ist wohl der schönste Lohn.
    Lieben Inselgruß
    Kersdtin

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  2. Ich finde, du machst eine extrem wertvolle Arbeit! Ich erinnere mich an die kleine Kindergruppe aus der Schule, die diesen Winter an einem freien Nachmittag in einem Altersheim singen ging. Auch mein 11jähriger sang dort mit (obwohl er singen eher peinlich findet bei sich selber). Er kam tief bewegt nach Hause zurück. Besonders berührt hatte ihn ein alter Mann. "Er klatschte schon am Anfang in die Hände und sagte, das sei das Schönste, dass er das noch erleben dürfe", erzählte mein Junge.
    Ich fand das enorm rührend. Und musste wieder daran denken, wie wahnsinnig schade es doch ist, dass das Zusammenleben zwischen den Generationen heute so wenig "normal" ist und wie oft die Verhältnisse zwischen den Altersstufen regelrecht gespannt sind. Junge Menschen, die keinen natürlichen Respekt mehr haben vor den Älteren (und das meine ich jetzt keinesfalls anklagend gegenüber den Erziehenden, ich stelle das einfach ganz neutral fest), kein Verständnis mehr für die Gebrechen, die das Alter mit sich bringen kann und sich nur selten in einer möglicherweise unterstützenden, wichtigen Funktion dieses Lebens mit allen Lebensphasen sehen können. Auf der anderen Seite dann auch nicht selten ältere Menschen, die sich einfach nur noch nerven über die Jugend und offenbar keine Verbindung und kein Verständnis mehr empfinden können zu und für diesen ebenfalls nicht einfachen und spannungsreichen Lebensabschnitt. Natürlich gibt es auch die wundervolle Beziehungen zwischen Kindern/Jugendlichen und älteren Menschen. Und die sind SO wertvoll und bereichernd und einfach superschön für alle. Aber ich merke als Mutter, dass es schon ein bisschen schwierig ist, hier vermittelnd und verbindend zu agieren. Und wie selten die Kontakte auf ganz natürliche Weise zustande kommen. Gottlob ist zB. meine eigene Mutter schon seit Jahren stark in unsrer Familienleben integriert und den Kindern eine ganz wichtige Bezugsperson schon von der Wiege an. Mir ist das sehr wichtig und wertvoll.
    PS. Ich habe so das vage Gefühl, das mit dem Singen im Altersheim habe ich hier schon einmal erzählt zu haben... Tut mir leid, falls ich mich hier wiederhole *schäm*

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    1. Wenn du es schon geschrieben hast, dann habe ich es bereits vergessen.
      Mein Gedächtnis lässt manchmal schwer zu wünschen übrig.
      Manchen alte Menschen wurde wieder diese "kindliche" Freude geschenkt. Eine Freude, die nicht mit materiellen Werten zu tun hat, sondern aus dem Miteinander genährt wird. Das durfte dein Sohn erleben und ich erlebe das auch jedes Mal bei meinen Besuchen.
      Es will mir scheine, dass die Menschen dazu neigen, sich zu separieren, man bleibt gerne unter Seinesgleichen.
      Vor kurzem habe ich gelesen, dass immer mehr Menschen sich einsam fühlen.
      Das Miteinander, dass früher selbstverständlich war, fällt weg. Wobei ich denke, dass es sicher oft auch sehr schwierig war, wenn mehrer Generationen unter einem Dach gelebt haben.
      Vor kurzem habe ich auch in einen Zeitungsartikel über einen alten Mann im Altersheim gelesen, der gesagt hatte, dass er richtig froh ist keine Kinder zu habe, weil die anderen würden immer auf den Besuch ihrer Kinder warten, die dann doch nicht kommen.
      Das waren jetzt ein paar lose Gedankensplitter am späten Abend zu deinem Kommentar.

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