Ich stelle fest, dass ich mit zunehmendem Alter nostalisch werde.
So war ein ausschlaggebender Grund, warum ich mich an den Kreativmarkt in Rheinfelden angemeldet habe, dass ich wieder einmal auf den Wegen meiner Vergangenheit wandeln wollte.
Ich stelle fest, dass ich mit zunehmendem Alter nostalisch werde.
So war ein ausschlaggebender Grund, warum ich mich an den Kreativmarkt in Rheinfelden angemeldet habe, dass ich wieder einmal auf den Wegen meiner Vergangenheit wandeln wollte.
Traditionen sind da, um gebrochen zu werden.
Seit ich diesen Blog schreibe, gab es einen Jahresrückblick in 12 Bildern.
Dieses Jahr ist es anders.
Wenn ich zurück blicke, kann ich nicht sagen, dass es ein schlechtes Jahr war. Es gab vieles, für das ich dankbar war und bin.
Meine Clownbesuche mit meiner Partnerin im Altersheim waren für mich so ein Freudenbringer in Zeiten, wo fast nichts mehr möglich war.
Das ich viele Filzfiguren verkaufen konnte und die finanziellen Einbussen da durch nicht ganz so schmerzhaft waren, dafür bin ich sehr dankbar.
Schöne Ferientage in den Schweizer Bergen brachten neue Energie.
Der Tod meinens treuen Begleiters Kaya gehört aber auch zu diesem Jahr.
Vermisst habe ich das Puppentheater spielen und die Märkte.
Ein Jahr wie unter einer Käseglocke, ein Jahr, dass mich auf mich selber zurück geworfen hat.
Ein Jahr, dem die Leichtigkeit gewichen ist, einem Gefühl der Dankbarkeit, für das was immer noch möglich ist.
Das sind nicht die grossen Dinge, aber die vielen kleinen, die das Leben bunt machen.
Wir dürfen nur den Mut und die Zuversicht nicht verlieren, dass in den Nüssen, die wir zu knacken haben, wie bei Aschenbrödel, auch für uns so manches Wunder bereit hält.
Weihnachen war die Zeit, in der meine Eltern noch mehr miteinander stritten als sonst auch schon.
Darum war ich schon als Kind froh, wenn diese Tage wieder vorrüber waren.
Das hat mich aber nicht davon abgehalten, Weihnachten so lange meine Mutter am Leben war, mit meinen Eltern zu feiern. Weihnachten war meiner Mutter wichtig, darum habe ich es nie über das Herz gebracht, sie an diesem Tag alleine zu lassen. Entspannd wurde es aber nie.
Über all die Jahre war mein Da-sein war mein Weihnachtgeschenk an meine Mutter.
Auch heute ist mein Verhältnis zu Weihnachten zwiespältig. All diese Erinnerungen haben mich geprägt.
Ich konnte an diesen Tagen nie eine Heileweltstimmung zaubern, mit Weihnachtdeko und allem drum und dran.
Das ist schade, aber es ist wie es ist.
Und heute freue ich mich auf einen gemütlichen Abend, mit Mann, den Kindern.
Immerhin müssen wir den nichtvorhanden Tannebaum nicht vor dem Hundewelpen beschützen.
Mögen das Weihnachtsfest für euch unter einem guten Stern stehen.
Zum Glück habe ich ja schon einen guten Mann, sonst hätte ich auch schlechte Karten.
Mein Lebensgefühl ist gerade auch so, als ob ich nicht so recht vom Fleck komme und das ist ermüdend.
Etwas was ich, aus mir unerklärlichen Gründen, immer vor mir her schiebe ist die Steuererklärung machen.
Da ich zu den Kleinstverdienerinnen gehören, ist es ja wirklich kein Ding.
Aber vielleicht ist ja auch das gerade der Grund, zu sehen, wie wenig am Ende des Jahres so übrig bleibt, nach Abzug aller Spesen.
Dieses Jahr sind aber Abzüge dabei, die mich wirklich sehr freuen. Es sind Spendenbestättigungen in Höhe von 770.-Fr., die ich auf Grund meiner Sämchenaktion überweisen konnte.
Wer hätte damals gedacht, was dieser Virus für einen Samen in die Welt setzt...
12 Jahre lang war Kaya mein treuer Begleiter.
Ich werde ihn sehr vermissen, auf meinen Wegen, die ich jetzt ohne ihn gehen muss.
Nachdem ich zwei Blindenführhundwelpen gross gezogen habe, war der Wunsch nach einem eigenen Hund in mir gewachsen. Damals Ja zu Kaya zu sagen, fiel mir trotzdem nicht leicht. Dieses Ja hatte mir innerhalb von 10 Tagen 8 Migräneanfälle eingebracht.
Denn mein Kopf sagte mir ganz richtig, die Entscheidung
für einen Hund ist eine Entscheidung mit langfristigen Auswirkungen. Ein Hund kostet Zeit
und Geld. Neben vielen schönen Begegnungen
muss man auch immer wieder als Mülleimer für frustrierte Menschen
dienen, die ihre Unzufriedenheit an Hunden, respektive ihren Besitzern
abreagieren müssen, gerade wenn Hund noch jung und unerzogen sind. Mit den Jahren werden solche Begegnungen zum Glück aber weniger.
Ausserdem ware meine Kinder schon selbständig und mit einem Hund wird alles wieder komplizierter. Man nimmt sich schon ein Stück Freiheit und Spontanität.
Die Entscheidung für einen Hund kann man im Grunde nur vom Bauch aus getroffen werden.
Alle Vorbehalte meines Kopfes waren nichts, gegen das, was Kaya mir gegeben hat.
Er war für mich und meine
Familie das grosse Los und hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig es
ist, auf sein Herz zu hören.
Wie unendlich dankbar war ich, dass Kaya da war als es meinem Sohn eine zeitlang psychisch nicht gut ging und nicht aus dem Haus wollte
Aber mit Kaya ist er spazieren gegangen und ich wusste Kaya passt auf ihn auf und so war es auch. Die Spaziergänge mit Kaya haben meinen Sohn gut getan.
Kaya hat auch viel Fröhlichkeit in die oft bedrückenden Besuche bei meine Mutter gebracht, in der Zeit als sie pflegebedürfig war.
Vor zwei Jahren dufte ich sie schon einmal filzen.
Solche Aufträge sind eine grosse Unterstützung für mich. Filzen ist gerade das Einzige, mit dem ich Geld verdiene.
Auch wenn in der Schweiz gerade auf Teufel komm raus gelockert wird und Theater spielen wieder möglich ist, traue ich der Situation nicht.
Ich hoffe, ich sehe das zu pessimistisch und ich kann bald wieder zusammen mit meinen Figuren auf der Bühne stehen.
Die Ostertage haben wir in den Bergen verbracht. Nun haben wir auch im Unterland wieder winterliche Verhältnisse.
Kaya ist am 4.4. 12 Jahre alt geworden. Das ist eine kleines Wunder für mich. Lebt er doch nun schon die Hälfte seines Lebens mit mit chronischer Nebenniereninsuffizienz.
Er bekommt täglich seine Medikamente und man merkt ihm seine Krankheit nicht an. Die Humanmedizin ist auch für Tiere ein Segen. Ohne sie wäre Kaya schon seit sechs Jahren nicht mehr am Leben.
Hier sieht und hört man gerade nicht viel von mir.
Mein Leben ist auch nicht gerade reich an berichtenswerten Ereignissen und meinen Kopf kann ich als eher leer bezeichnen.
Es reicht für Instagramhäppchen, denn dort bin ich zur Zeit recht aktiv. Was auch dazu führt, dass mein Shop immer voller wird. Märkt sind auch keine in Sicht, Theater und Clownbesuche auch nicht.
Ich beginne mich an diesen Zustand zu gewöhnen. Ich weiss nicht, ob das jetzt gut oder schlecht ist.
Der Bundesrat hat sich heute durchgerungen, die Massnahmen bis Ende Februar zu verschärfen.
Ich habe wenig Hoffnung, dass wir bald wieder Clownbesuche durchführen können.
Als kleinen Gruss haben meine Clownpartnerin und ich ein "interaktives" Plakat gestalte, dass den alten Menschen vielleicht etwas Freude macht.
Ich würde etwas Leichtigkeit mitnehmen. Die fehlt mir gerade am meisten.
Heute, am Dreikönigstag vor einem Jahr, ist meine Mutter mit fast 92 Jahre, nach vierjähriger Leidenszeit gestorben.
Sie wollte nicht mehr leben und ich war dankbar, dass sie sterben konnte. Im nachhinein bin ich noch viel dankbarer, dass sie die Pantemie nicht mehr erleben musste. Da wäre viele Probleme und Schwierigkeiten auf uns zu gekommen, die sie und mich, sicher sehr belastet hätten.
Am Morgen nach ihrem Tod, schaute ich beim Hundespaziergang von weitem auf das Haus meiner Eltern und war sehr überrascht, dort über dem Dach einen Regenbogen zu sehen.
Das war einer dieser Zufälle, die auch einen sehr rational denkenden Menschen, wie ich da bin, nicht unberührt lassen.
Meine Mutter wurde in der Schweiz beeredigt und ich hatte ihre Urne in Lörrach abgeholte, um sie über die Grenze zu bringen.
Vorher war ich noch kurz in der Stadt und konnte es fast nicht fassen als ich, genau zu ihrer Todeszeit, vor diesem Hotel mit Namen Drei König stand. Da viel es mir schon schwerer an einen Zufall zu glauben.
Heute morgen sah ich auf FB als erstes eine Foto vom Geburtsort meiner Mutter im Berner Oberland, das eine FB-Freundin zufällig gepostet hatte.
Vielleicht schicken unsere Verstorbenen ja doch Zeichen. Diese Frage beschäftig mich immer wieder. Was meint ihr?
Das ist die letzte Figur, die ich im 2020 gefilzt habe und die erste, die ich hier zeige.
Es war mir ein Bedürfnis eine weisse Figur zu gestalten.
Nun steht sie vor mir, wie das neue Jahr.
Sich das neue Jahr als unbeschriebenes Blatt Papier vorzustellen ist schön -
eine schöne Illusion.
Wir wissen aus jahrelanger Erfahrung, dass das nicht so ist.
Wir sind ja keine anderen Menschen, nur weil die Jahreszahl wechselt.
Auch die Zustände ändern sich nicht von heute auf morgen.
Die Sterne werde uns nicht vor die Füsse fallen, aber trotzdem sollten wir immer mal wieder nach den Sternen greifen.
Und manchmal fällt uns ein Stern ja auch in den Schoss, von ganz alleine.
Ich wünsche euch ganz viele dieser Sternstunden.
Eigentlich war es eine kleine Blog-Tradition, meine Jahresrückblick mit 12 Bildern, für jeden Monat eines.
Dieses Jahr fehlen mir die äusseren Bilder, innere Bilder habe ich schon.
Sie sind mit einem stillen See zu vergleichen, regungslos, aber in der Tiefe da lauert, das grosse, dunkle Ungewisse.
Es gelang mir mal mehr und mal weniger gut, in meinem Lebensschiffchen mit Mut und Zuversicht über diesen See zu fahren.
Was mir in diesem Jahr immer wieder geholfen hat, ist die Dankbarkeit darüber, wie unfassbar gut es mir trotz allem geht. Ich lebe in einem schönen Haus, habe genug zu essen. Ich brauche keinen Trubel, keine Fernreisen, so gut wie keinen Konsum. Darum machen mir die Massnahmen auch sehr wenig aus. Man kann sagen, mein Charakter kommt mir da entgegen.
Eine der schönsten Erinnerung an dieses Jahr ist meine Samenkörnchenaktion. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ich alle 49 Sämchen verkaufen konnte und eine stattliche Summe an verschiedene Hilfswerke spenden konnte.
Das Highlight waren unsere Wanderferien in der Schweiz.
Traurig war ich, dass so gut wie keine Clownbesuche in den Alterheimen statt finden konnten und auch Figurentheatervorstellungen abgesagt wurden.
2020, ich kann für mich persönlich nicht sagen, dass es nur schlecht war. Aber ich hoffe, dass das 2021 wieder etwas mehr einem Fluss gleicht. Ein fröhliches Bächlein, das wäre mir ganz recht.
Ich wünsche allen einen guten Rutsch in eine Wunder-volles 2021.
Ob mit Tannenbaum oder ohne, ob mit Geschenken oder ohne, ob alleine oder im kleinen Familienkreis...
Ich wünsche allen Frieden und Zuversicht im Kopf und im Herzen.