Dienstag, 18. August 2009

Jedem seine Uniform

Im Kommentar zu meiner letzten Post hat KAZE unter anderem folgendes geschrieben:
Zurück zur Uniform: Gewisse Einheitslooks sind aber wichtig für das Indivituum, kann man doch darüber Signale senden der Zugehörigkeit, eine Bildsprache des Verstehens.Das funktioniert in jeder Generation und in verschiedenen Schichten.Bewußt und unbewußt.

Dazu ist mir folgende Geschichte eingefallen:
Als Studentin nahm ich an einer Demo teil, es ging damals um irgendwelche Streichungen im Bildungsbereich, glaube ich. Hinter mir lief eine Gruppe junger PunkerInnen, die unablässig folgende Parole riefen:
Ich bin nichts, ich kann nichts, gebt mir eine Uniform!
Ich fand das damals irgendwie herzig, war doch ihr Einheitslook auch eine Art Uniform für mich.
Ein negativer Aspekt ist eben auch, dass man sich in einer Uniform als Teil einer Gruppe auch gut verstecken kann. Dinge, die man tut, tut man im Namen der Gruppe, die Eigenverantwortung kann mit dem Anziehen der Uniform abgelegt werden.
Kriege machen das nur all zu deutlich, da wird ja sogar das Töten offiziell erlaubt.



Dieses Bild stammt übrigens aus meine Studienzeit, als ich in einer Amateurtheatergruppe einmal eine Punkerin spielen durfte.
Mit Kleidern hat man ja auch ein stückweit die Möglichkeit mit etwas Phantasie in andere Rollen zu schlüpfen.
Also nichts wie raus aus den Jeans und reine in ein buntes Kleid!

Samstag, 15. August 2009

Uniform


Sehr spannend und bereichernd finde ich es, wenn auf eine Post von mir in den Kommentaren eigenes Erleben, andere Blickwinkel beschrieben werden.
Ich danke dafür.
Uta hat davon geschrieben, das sie die heute Jugend wie uniformiert erlebt. Für mich sind es aber auch viele Erwachsenen, Jeans und T-Shirts dominieren das Strassenbild.
In eine Café in Berlin habe ich in der taz geblättert und bin auf einen Artikel über folgenden Blog gestossen.
Der Blogschreiberin ist aufgefallen, dass in der Berufswelt eine Art Pflicht besteht, jeden Tag etwas anders anzuziehen. Sie selber ist als Kind in eine Schule mit Uniformpflicht gegangen und hat sich daran erinnert, dass es den SchülerInnen doch immer gelungen ist, durch kleine Veränderungen sowas wie einen eigenen Stil ausdrücken zu können. Nun hat sie das Projekt gestartet eine Jahr lang jeden Tag das gleiche Kleid anzuziehen und es mit Hilfe von Accssoires doch immer wieder anders aussehen zu lassen.
Ich finde es lustig und inspirierend ihr bei diesem spielerischen Umgang mit Kleidung zuzusehen.
Es regt auch an zum Nachdenken über unseren Wunsch nach Inditivitualität und unserem gleichzeitigen Bemühen in der Masse auf oder unter zu gehen.

Freitag, 14. August 2009

Grün im Grau


Immer wenn ich in Berlin bin, kommt sie mir in den Sinn, diese eine ganz besondere Hose.
Lang ist es her, dass ich sie getragen habe, so 25 Jahre müssen es sein und natürlich hatte ich sie selbst genäht.
Die Mauer war noch nicht ins Wanken gekommen, sie teilte die Stadt in zwei Teile, in zwei Welten.
Ich besucht damals im Rahmen ein Seminars Theaterstücke in Ost-und Westberlin.
Am Morgen des Tages, in dem wir im Ostteil ins Theater gehen wollten, zog ich sie an, eine grasgrüne Haremshose, so eine, wie sie heute wieder etwas in Mode gekommen sind.
Nach der Passkontrolle, traffen wir im Osten auf eine graue Welt. In All dem Grau stand ich, ein kleiner, leuchtender, güner Farbklecks und alle Augen richteten sich auf mich.
Wo ich auch ging und stand, die Blicke folgten mir. Meinen ganzen Zwangsumtausch und noch viel mehr hätte ich dafür gegeben, wenn sich die Erde aufgetan und mich einfach verschluckt hätte. Mir war das Ganze so peinlich, doch ich konnte nicht einfach zurück, das Theaterstück am Abend wollte ich deswegen nicht verpassen.
Ich habe dann Stunden auf dem jüdischen Friedhof verbracht, da war nicht viel los und ich fühlte mich dort geschützt.
Wie war ich glücklich und erleichtert, als ich wieder auf westlichem Boden stand und mit meiner Kleidung in der Masse untertauchen konnte.
Heute kommte es auch immer mal wieder vor, dass ich mit meiner Kleidung auffalle. Darum geht es mir aber nicht, es ist halt der Preis, den ich dafür Zahl, dass ich trag was mir gefällt. Mit Mut hat das für mich nichts zu tun.
Mut hatten die Menschen vor 20 Jahren, die es wagten zu demonstrieren, gegen die damalige DDR-Regierung.
Wenn es auch nicht überall die versprochenen blühenden Landschaften gibt, ich findet es schön, dass jetzt auch der Ostteil von Berlin viel bunter geworden ist.

Mittwoch, 12. August 2009

Meine Kuh bei Guzuu


Ich habe mich sehr gefreut, dass meine Muh-Schlaf-Kuh aus meinem Guzuu-Shop auf der Titelseite grasen darf.
Hoffentlich gibt sie dann auch viel Milch.
Bei Guzuu gibt es jetzt schon über 1000 Produkte zu kaufen.

Dienstag, 11. August 2009

Eine Wohnung in Berlin

Nach den Wanderungen über Land haben wir noch drei Tage Stadtwandern in Berlin angschlossen.
Natürlich war der Besuch des Türkenmarktes am Maybachufer ein Muss. Beim Gang durch die Stände fühlt man sich ins Schlaraffenland versetzt. Natürlich habe ich auch bei dem Stand auf dem Bild, ein paar Kleinigkeiten gekauft.
Leider ist uns Catherine dort nicht über den Weg gelaufen...schade.



Dieser Schirm hing in unserer Ferienwohnung am Prenzlauer Berg, gebraucht haben wir ihn nicht. Eine Stadtferienwohnung ist im übrigen eine wirklich toll, sehr günstige und empfehlenswerte Alternative zum Hotel.



Dieses letzte Bild von unserem Urlaub bringt mich zurück in meine zweite Heimat.
Zweite Heimat darum, weil ich ja auch Deutsche bin.
Das es in Berlin einen Fan von Adelboden gibt, hätte ich nicht gedacht.
Adelboden ist mein Bürgerort, meine Mutter ist da geboren und aufgewachsen.
Bürgerorte sind die Dörfer oder Städte, wo die eigenen Vorfahren herkommen und eine Schweizer Besonderheit, mindesten so wichtig wie der Geburtsort.

Montag, 10. August 2009

Auswärts Essen macht uns selten glücklich


Reist man von Ort zu Ort ist man auf die heimische Gastronomie angewiesen.
Spätestens nach dem dritten Urlaubstag vergeht meiner Familie und mir aber der Appetit, denn frisch gekocht wird ja so gut wie gar nicht mehr und Fertiggerichte vertragen wir leider nicht.
Zufällig sah ich eine Sendung zum Thema, wie sich die Essgewohnheiten in den letzten 20 Jahren verändert haben. Junge Leute können kaum noch kochen, in vielen Familien wird nicht mehr regelmässig gekocht, jeder schmeisst sein Fertiggericht in die Mikrowelle, wenn ihm gerade danach ist.
Ich frage mich immer, wie die Mägen der Menschen, die sich so ernähren, das auf Dauer verkraften, mal ganz abgesehen davon, dass dieses Essen doch gar nicht schmeckt.
Ich konnte im übrigen als ich zu Hause auszog auch nicht kochen, es hat mich schlichweg nicht interessiert, aber jetzt koche ich meistens gerne und bin glücklich, dass ich es doch noch gelernt habe.

Vielleicht sollten wir das nächste Mal in Italien wandern, gell, Ellen.

Samstag, 8. August 2009

Zeigt her eure Füsse


Ferientage sind für mich Tage, um Neues zu sehen und zu erleben, nun liegen diese Tage schon wieder hinter uns.
Nach Hause kommen ist für mich etwas Schönes, weil ich dann wieder besser sehen kann, wie schön ich es doch habe.
Durch Abstand wird das Selbverständliche wieder zu etwas Besonderem.
Kaya ist auch wieder da, er durfte die Ferien bei seiner Mutter verbringen. Es gab ein stürmisches Wiedersehen. Wir habe ihn so sehr vermisst, dass wir im Urlaub jedem Hund, der unseren Weg kreuzte, hinter her schauen mussten.
Wir waren auf Rügen, das uns seine schönstes Wettergesicht zeigte. Anhand des Photos könnt ihr Rückschlüsse über unsere Fortbewegungsart ziehen.
Es waren abwechslungsreiche, harmonische Tage. Die Insel ist in der Hauptsaison aber nicht unbedingt als Wanderparadies zu empfehlen ist, da Wanderwege und Fahrradwege oft identisch sind und man als Wandere da eindeutig den kürzeren zieht.
Ein grosses Lob an meine Kinder, die sich von den locker an uns vorbeifahrenden Radlern nicht entmutigen liesen und ihre gute Laune auch dann noch behielten, als ich immer mal wieder zwanghaft "Deine Spuren im Sand, die ich gestern noch fand..." vor mich hin trällern musste.