Zurück zur Uniform: Gewisse Einheitslooks sind aber wichtig für das Indivituum, kann man doch darüber Signale senden der Zugehörigkeit, eine Bildsprache des Verstehens.Das funktioniert in jeder Generation und in verschiedenen Schichten.Bewußt und unbewußt.
Dazu ist mir folgende Geschichte eingefallen:
Als Studentin nahm ich an einer Demo teil, es ging damals um irgendwelche Streichungen im Bildungsbereich, glaube ich. Hinter mir lief eine Gruppe junger PunkerInnen, die unablässig folgende Parole riefen:
Ich bin nichts, ich kann nichts, gebt mir eine Uniform!
Ich fand das damals irgendwie herzig, war doch ihr Einheitslook auch eine Art Uniform für mich.
Ein negativer Aspekt ist eben auch, dass man sich in einer Uniform als Teil einer Gruppe auch gut verstecken kann. Dinge, die man tut, tut man im Namen der Gruppe, die Eigenverantwortung kann mit dem Anziehen der Uniform abgelegt werden.
Kriege machen das nur all zu deutlich, da wird ja sogar das Töten offiziell erlaubt.
Dieses Bild stammt übrigens aus meine Studienzeit, als ich in einer Amateurtheatergruppe einmal eine Punkerin spielen durfte.
Mit Kleidern hat man ja auch ein stückweit die Möglichkeit mit etwas Phantasie in andere Rollen zu schlüpfen.
Also nichts wie raus aus den Jeans und reine in ein buntes Kleid!