Nach vier Jahren ging ich mit mulmigem Gefühl zur Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt. Ich konnte die Praxis dann nicht mit dem Satz verlassen: Es ist alles gut, wir sehen uns in einem Jahr wieder.
Vielmehr hiess es, da ist eine kleine OP nötig, um sicher zu gehen, ob wirklich alles gut ist.
Für mich als Hypochonder war das im ersten Moment schon ein Schock.
Drei Wochen habe ich dann auf den Eingriff gewartet und habe mich in Gelassenheit geübt, was mir erstaunlicherweise
dank Filzen und Putzen doch immer wieder sehr gut gelang.
Letzte Woche bin ich dann in die Klinik gefahren. Die gefüchtete Vollnarkose war überhaupt nicht schlimm, zwei Stunden nach dem Eingriff dufte ich schon wieder nach Hause. Gestern habe ich dann den Satz gehört: Es ist alles gut, wir sehen uns in einem Jahr wieder.
Krankheit, Sterben und Tod, diese Themen verdrängen wir gerne. Nimmt es den Schrecken, wenn man sich damit auseinandersetzt? Der Zufall wollte es, dass diese Woche
Moika Renz, als Psychoonkologin hat sie hunderte von Menschen in den Tod begleitet, im Nachbardorf einen Vortag zum Thema "Was ist gutes Sterben" hielt.
Auf die Frage, zu ihrem pesönlichen Bezug zum Tod, kam kein "Der Tod schreckt mich nicht mehr", vielmehr ein Zögern, ein "sie wisses es nicht, wie es mal sei, wenn sie sterben müsse".
Sterben ist immer mit Leid verbunden, dass ist einfach so, hat sie gesagt.
Da gibt es wohl nichts zu beschönigen.
Aber vor dem Sterben ist das Leben. Ich befinde mich, in einem Alter, wo ich mir immer wieder Gedanken mache, welchen Weg ich weiter gehen will, welche Weichen ich umlegen will und welche Schritte ich auf neuem, unbekanntem Terrain ich wagen könnte.
Das der bewusste Umgang mit diesen Fragen wichtig ist, dass haben mir die letzten Wochen gezeigt.
Antworten zu finden, ist leider nicht immer so einfach.
Das ich auf dem Weg sein darf, dafür bin ich dankbar.