Sonntag, 3. April 2016

Die Situation bei meinen Eltern hat es erfordert, dass ich ein paar Tage bei ihnen verbracht habe.
Was alles vorgefallen ist, gehört nicht an die Öffentlichkeit.
Aber ich möchte nur soviel sagen, dass ich erfahren durfte, dass ich zu viel mehr fähig bin, als ich mir vorher zugetraut habe.
Vor Problem gestellt zu werden und mit ihnen umzugehen, kann auch sehr beflügelnd sein.



Ich habe irgendwie das Gefühl, auch wenn das jetzt blöd klingt, dass mich diese letzten Tage erst so richtig erwachsen gemacht haben.
Das hat wohl auch damit zu tun, dass die sich die Rollen nun umkehrt haben.

Kommentare:

  1. Danke, dass du uns teilhaben lässt an dieser Erfahrung. Es tut weh, diese Bilder zu sehen und zu ahnen, was sich da alles verschiebt.
    Viel Kraft für diesen Wegabschnitt allen, die involviert sind wünscht dir und euch
    Gabriela

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    1. Liebe Gabriela
      Vielen Dank für deine Worte.
      Ja, dies Erfahrungen schmerzen und ist traurig, aber sie sind auch heilend. Ich bin im Grunde dankbar für diese Zeit
      Meine Mutter sagt immer mal wieder zu mir: "Dass du immer noch Humor hast."
      Auch dafür bin ich dankbar, dass ich Lachen und Weinen kann.
      Denn diesen Weg, denn wir nun miteinander als Familie gehen ist ein wichtiger, natürlicher Teil des Lebens.
      Herzgruss
      Katharina

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    2. Ich staune, dass du das so sagen kannst, dass man das so sagen kann. Mir steht dieser Abschnitt des Lebens noch bevor, und ich habe es so schwer mit meinen Eltern, dass ich gar nicht daran zu denken wage, wie es sein wird, wenn es sein wird… Ich hole die ungelebte Pubertät nach, und das ist so unnatürlich und trotzdem so wichtig für mich, aber unendlich ungewohnt, weil ich etwa 47 Jahre lang nicht nein gesagt habe. Dein Weg macht Mut, dass es sich auch durch die Umstände ändern kann… Lieben Gruss! Gabriela

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    3. Ich würde das nicht schreiben, wenn ich es nicht genau so empfinden würde.
      Wenn das Verhältnisse zu den Eltern nicht gut ist, ist das natürlich eine grosse Herausforderung an die eigene Fähigkeiten des Verzeihenkönnen. Wir werden herausgefordert unsere Menschlichkeit unter Beweis zu stellen.
      Ich sehe das auch als Chance nicht den gleichen Weg wie unsere Eltern zu gehen.
      Ich bin sicher, du wirst das gut machen, wenn es mal soweit ist.
      Und da wir ja alle keine Übermenschen sind, dürfen auch wir dabei unsere Fehler machen.

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  2. Viel Kraft und die volle Dosis deines genialen Humors (der uns hier immer wieder entgegenlacht und mir so wohl tut) wünsche ich dir! Ich finde es schön, dass du und deine Eltern diese Nähe habt- ich glaube, sie ist nicht selbstverständlich, oder?... Ich merke, wie ich mir selber immer älter vorkomme, obwohl ich "erst" 36 bin... Aber rund um mich herum werden Menschen, die mir immer so voller Elan erschienen sind und so mitten im spriessenden Leben, plötzlich gebrechlich und matt und ... ja... alt eben. Das macht mir schlagartig wieder klar, dass die Zeit nicht stehengeblieben ist und Spuren hinterlässt, manches mit sich mitnimmt, was mir als ganz normal und beständig vorgekommen ist bisher. Noch sind hier keine Rollen verschoben bei mir... aber mir ist vollkommen bewusst, dass ich hier gerade die NÄCHSTE Generation heranziehe- und eine andere Generation, nämlich diejenige vor mir, die mich selber grossgezogen uns begleitet hat bisher, langsam, langsam abgelöst wird...
    Alles Liebe und Gute dir und auch deinen Eltern! Sie sind sicher stolz, eine so prachtvolle, starke und authentische Tochter zu haben.
    herzlich
    Bora

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    1. Danke, Bora,für deine lieben Worte.
      Kinder auf ihrem Weg zu begleiten steht unter dem Zeichen Hoffnung. Bei den Eltern steht für mich die Demut im Vordergrund.
      Demut der Endlichkeit des Lebens gegenüber. Wir haben dabei die Chance unser eigenes Leben zu überdenken.
      Meine Mutter ist stolz auf mich. Mein Vater gehört in die Kategorie "schwieriger Mensch" von daher ist das Verhältnis zu ihm nicht ganz einfach.
      Herzlichst
      Katharina

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  3. jaa..
    zeitlebens sind und waren wir die "Kinder"
    und fühlen uns irgendwie klein ..
    wir spüren dass uns oft nicht sehr viel zugetraut wirde und wurde
    (und dann kann eine Zeit kommen in der sich alles umkehrt)
    mir ging es mit meiner Mutter ähnlich..
    irgendwie wartet man darauf als "erwachsener " Mensch wahrgenommen zu werden
    sie meinen es ja (meist) nicht böse..

    dann ist meine Mutter aber sehr plötzlich (innerhalb einer Woche ) von uns gegangen.. sie war 86 und immer noch eigenverantwortlich gewesen

    mein Vater ist jetzt 96 und auch noch fit (wofür ich dankbar bin )
    und doch hab ich letztens nachts heimlich an seinem Bett gestanden weil ein kurzer Anruf bei mir einging der als privat angezeit wurde (so wie bei ihm wenn er anruft )ich hätte nicht schlafen können..
    und heute bin ich von der Familienfeier aufgebrochen um nach ihm zu sehen weil er nach einer Stunde immer noch nicht da war (wobei er sonst immer sehr pünktlich ist )
    er kam mir dann aber schon entgegen (er fährt noch Auto ) und ich konnte wieder umdrehen..
    es kommen immer mehr die Gedanken auf
    wie lange wird es noch gehen dass er so unabhängig ist..
    ich hoffe aber noch lange..

    dir wünsche ich viel Kraft und auch die Möglichkeit das Richtige zu tun

    liebe Grüße
    Rosi




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    1. Ich denke es sind nicht nur die Eltern, die uns das Gefühl geben klein zu sein. Es ist auch das Umfeld, Schule, andere Kinder, die mobben, usw.
      96 Jahre fit zu sein ist ja wirklich eine Gnade.
      Ich wünsche dir und ihm noch viele schöne Jahre.
      Liebe Grüsse
      Katharina

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  4. Immer wieder über eigene Grenzen gehen .. oja das habe ich fast 8 Jahre mit meiner Schwiegerma erlebt. So mancher Rat- und Hilflosigkeit standen dann Kampf, das Reinwachsen in ganz andere Aufgaben gegenüber. Noch ist alles so frisch in mir ...., aber rückblickend würde ich alles genauso wieder machen. Diese immer so dankbaren Blicke und Worte und auch der eigene Stolz, einem Menschen noch einmal so viel geben zu dürfen.
    Ich wünsche dir die gleiche Kraft und auch Freude.
    Liebe Inselgrüße
    Sheepy

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    1. Das was Rückblicken geschrieben hast, das empfinde ich ganz genau so.
      Alles Liebe
      Katharina

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  5. Ich wünsch´die weiter viel Kraft und Kreativität für diese Aufgabe. Und es ist einfach so, auch hier, Humor hilft. Mir gehen gerade Situationen mit meiner damals schon sehr dementen Omi durch den Kopf, wir haben vielen, auch aus schwierigen Situationen, heraus unglaublich gelacht.
    Herzliche Grüße
    Sabine

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    1. Es gibt vieke Situation, die haben wirklich ihre ureigene Komik.
      Ich habe gerade das Buch "Der alte König in seinem Exil"gelesen. Da wird das auch sehr schön beschrieben.
      Herzliche Grüsse
      Katharina

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  6. Weisst Du was?
    Ich bin froh, dass Du eine der Besten zur Hilfe hast: Dich!!!
    Wuensche Dir allerdings, dass Deine eigene 'Kraefte-Source' weiterhin anhalten moege usw. .... (bis laaange ueber den Zeitpunkt der eigentlichen Notwendigkeit)
    Was mich am meisten freut: auch Deine Erkenntnis/Dein Beschluss bzgl. 'mein Leben gestalte ich anders; in DIEsem versuche ich mich anders - vor allem meinen eigenen Kindern ggue. -
    zu verhalten = selbst wenn dies auch nicht immer 'fehlerfrei' sein kann - mM!

    LG, Gerlinde
    'Problem-Eltern' sehr wohl kennend. Meine Sit.-Komik ist mitunter - und dies GsD manchmal sogar zur Aufheiterung 'meines nun altersmaessig seeehr erwachsenen Wieder-Kindes': die Aehnlichkeiten von uns beiden und DAmit GsD DOCH ein paar 'Schnitzer/Ausrutscher' abfangen/mildern zu koennen (= auch wenn ich trotzdem viiiieles von ihr a-b-s-o-l-u-t nicht verstehe !!! Ist wohl generationsbedingt mit 'anders aufgewachsen' - und DIEs ja schliesslich DANK 'diesem Problem-Kind' - zu erklaeren?)
    Groesster einstiger Lacher: wenn man seine eigene Mutter bzgl. eines 'nicht-passenden' Schwiegerkindes beruhigen will und dies mit dem Satz macht "Mutter, es koennte noch viiiiel schlimmer sein; naemlich, dass Du und ich/ wir beide miteinander leben muessten ^^ !"

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  7. Dein Post und die Kommentare machen mir das Herz so schwer ....
    Meine Mama wurde nur 59 Jahre alt, sie bekam ALS. Es war ein langer Leidensweg für sie, für uns.
    Ich bin nun auch bald so alt wie sie als sie gehen musste. Wenn ich an sie denke, was sehr oft vorkommt "passt" das alles nicht. Sie ist so jung gestorben, ich erträume mir manchmal wie sie jetzt als "alte Oma" für die Kinder wäre. Ich kann es mir nicht vorstellen, mir fehlt da etwas.
    Mein Vater wurde älter, er war schwierig. Er war bis zum Schluss unzufrieden, weil ich nicht Lehrerin geworden bin ... das hat er für mich ausgesucht, und ich bin "nur" Kindergärtnerin geworden. Kannst Du Dir vorstellen, dass er das immerwieder vorhielt.
    Viel Kraft, Geduld und ganz viel Liebe wünsch ich Dir für Dich und Deine Eltern. Und ja, es verschiebt sich etwas. Nun brauchen sie Hilfe, müssen umsorgt werden, was Eltern meist nicht wollen ....
    Elisabeth

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  8. So früh ist deine Mutter gestorben. Ich kann nachfühlen,wie schwer das ist.
    Unzufriedene Menschen laden ihren Ärger gerne bei ihren Mitmenschen ab, das erlebe ich immer wieder. Da ist nur ein schwacher Trost, dass sie selber nicht glücklich sind.
    Meine Eltern sind auf Hilfe angewiesen und können das auch gut annehmen.
    Liebe Grüsse
    Katharina

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