Donnerstag, 18. August 2011

Mensch und Tier

 

Unser Verhältnis zu Tieren ist ein gestörtes. Kein Wunder, kommen die meisten Menschen nur noch bei ihren Mahlzeiten mit "Tieren" in Berührung.
Die meisten haben keine Ahnung mehr, wie sie sich einem Tier gegenüber zu verhalten haben. Ich spreche da aus Erfahrung, immer Mal wieder brechen Menschen in Angst und Schrecken aus, wenn mein Hund sich ihnen freudig, schwanzwedelnd nähert.
Aber eben, sie wissen sein Verhalten nicht zu deuten und ein Hund ist in ihren Köpfen eine wildes Tier mit dem einzigen Gedanken im Kopf, ihnen ins Bein zu beissen.
Tief beeindruckt bin ich darum von den Fotografien von Gergory Cobert. 
Seine Bilder strahlen einen tiefen Frieden zwischen Mensch und Tier aus.
Es wäre schön, wenn wir wieder zu einem respektvollen, natürlichen Umgang mit den Tieren zurück finden würden.
Hier noch ein wunderbares Video.

Kommentare:

  1. Ich hatte auch immer ein etwas distanziertes Verhältnis zu Tieren. Als Kind nicht, aber dann später ging es verloren, dieses natürliche Gefühl mit Tieren.
    Jetzt, seit wir hier oben leben und die Landwirtschaft aktivieren, kommt es langsam, sehr langsam zurück, dieses Gefühl von damals, wo einfach klar war "wir gehören zusammen". Mein großes Mädchen wächst da wohl anders auf als ich... sie lässt Käfer auf sich krabbeln, kann Grashüpfer im Feld verfolgen mit Engelsgeduld und die Kühe sind ihre "Freunde". Die Katzen sowieso ;) und wie lange es dauert, bis wir einen Hund haben... mal sehen. Wenn es so ein lieber fliziger wäre, wie der deine, tät ich ja sofort zusagen *schmunzel*
    Liebe Grüße. maria

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  2. Leider wird den Kindern das natürliche Verhältnis zu Tieren allzu häufig von den Erwachsenen "abtrainiert".
    Bei uns sind z.B. seit kurzem rund um den Kindergarten Hunde verboten, weil irgendwo im Bistum ein Kind am Kindergarten gebissen wurde.
    Anstatt, daß man den Kindern erklärt, wie man sich richtig verhält... (denn ich gehe ganz sicher davon aus, daß es nicht die Schuld des Hundes war, der war nämlich Familienhund) sperrt man potentielle Gefahren aus.
    Fragt sich nur, ob man damit die Kinder wirklich lebenstüchtig macht?!
    LG
    Tanja
    (Frauchen von einem "großen, bösen, schwarzen" Labradormischling)

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  3. Die Tiere…..seit fünf Jahre lebe ich nicht mehr zusammen mit Tiere und ich vermische sie jeden Tag. Ich war so froh als jemand mir gefragt hatte ihren Hund zu hüten in dem schönen Bergdorf Feldis! Sogar mit den Spinnen habe ich mich versöhnt. Ich habe ein Spinnenseminar verfolgt und habe die wunderschöne empfindliche Energie von Sofie, die Südamerikanischer Rotknievogelspinne, auf meinen Hände und Armen gespürt. Die Tiere sind meine Gefährten.
    Hadiah

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  4. Ich kannte die Bilder von Gregory Colbert noch nicht. Vielen Dank für diese wundervolle Bereicherung!!! Liebe Grüße
    Schweinchen Schlau

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  5. Ich habe schon immer Tiere jedweder Art geliebt. Als Kind waren es vor allem die kleinen Kätzchen des Tierarztes, dann noch die Wildgänse, die immer bei uns neben dem Haus "parkten" - und auch Hunde waren mir immer sehr nahe - bis auf einen Boxer, der irgendwie mir nicht geheuer war. Ja - woher weiß man aber, welche Hunde lieb sind und welche doof. Meiner hütet die Kinder auch gerne, daß geschieht aber manchmal auch nicht immer ganz liebevoll. Dennoch kann man alles mit ihm machen, ohne daß er beißen würde - so sind die Erfahrungen von Kindern und Erwachsenen eben sehr unterschiedlich! Und ein wildes Tier bleibt es ja wirklich dennoch!
    Also gesunder Respekt ist glaube ich immer angebracht!
    Innige Liebe kann wie eine Beziehung entstehen!
    Ist das ein gefilzter Hund von Dir? Man sieht der toll aus!!!!! wahnsinnig toll!!!!!!
    Liebe Grüße Tinki

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  6. Tanja, du sprichts mir aus dem Herzen.
    Tinki, ich glaube wir Menschen sind die wilderen Tiere.
    Ich habe ja jetzt schon seit Jahren viele Hundebegegnungen und nur ganz selten eine Sitution, die ich als ungut empfunden habe.
    Klar ist Respekt angebracht, aber diese Panik und oft auch Hass, wenn man nur einen Hund sieht, kann ich schwer nachvollziehen. Ich hatte auch lange Angst vor Hunden, ich kenn also beide Seiten.
    Ja, der Hund ist von mir. Er soll in meinem neuen Stück mitspielen auf meinem andern Blog siehst du ihn in einem kleinen Video in Aktion.
    Liebe Grüsse an alle, Allerleirauh

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  7. Ja, das ist die eine Seite..., die Menschen, die vor lauter Berührungsangst gar nicht wissen, wie man mit einem Tier umgeht.
    Aber mir machen auch die Besitzer angst, die offensichtlich ihren Hund nicht im Griff haben und ihn bitten, etwas zu tun oder zu lassen und es keine klaren, knappen Kommandos gibt...oder wenn sie am Tisch sitzen, wie Menschen oder parfümiert werden bzw. die Haare gefärbt bekommen...oder ein eigenes Zimmer haben.
    Davor hab`ich dann richtig Angst!

    GLG
    Peggy

    PS.:Deine Filztiere sind ein Traum!!! Wunderschön!!!:O)))

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  8. Den natürlichen Umgang mit Tieren den Menschen zu (wieder) erlernen scheint wirklich absolut 'unmodern' zu sein. Ich gebe da Josali wirklich 110 Prozent Recht.

    Ich mochte allerdings die Idee einer Familie in meinem Umkreis, welche sich - entgegen allen eigentlich dafür sprechenden Egoismus von einfacherem Leben - einen Hund zulegten. Der Grund:
    Ein Kleinkind in der Familie als sog. Nachzügler, wo schon ein Größeres Kind mit schon 12 Jahren vorhanden war. Als dieser Nachzügler dann sich zu einem kleinen verzogenen Fratzen mauserte (bedenke, das ältere Geschwisterkind war ja dann auch schon 'Fast-Beinahe-Erwachsener!) , bekam er einen Hund 'verpasst' als - man höre - natürlichen Lehrer (und bevor 'Le Fratz' ins schulpflichtige Alter kam).

    Funktionierte extrem gut: 'Le Fratz' kam öfter mit der Beschwerde von "... hat mich gebissssssen!!!" und die einfache Antwort zum eigentlichen nur stärkerem Verteidigungs-Zwicken und Zwacken des Hundes war "... na, warum wohl ?!"

    Hund ist heute liebgewordener Bestandteil der Familie welche somit wieder '2 Gleichaltrige' unter sich hat.
    Manche Rassen (bzw. Nicht- oder Misch-Rassen) sind aber wohl doch geeigneter als andere.

    Liebe Gruesse
    Gerlinde

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  9. Separater amuesanter Nachtrag aus eigenem Leben:
    Wir beziehen ein neues (altes) Haus mit viiiiel Garten rundum und KEIN Zaun (wegen einheimischer natürlicher Tierwelt):
    Eines schoenen Wochenendes höre ich während des Kaffe machens einen Hund gaaanz furchtbar schrecklich "Einbrecher" bellen. Da ich seine Stimme als die des Hundes einer meiner etwas entfernteren Nachbarinnen indentifizierte, wunderte ich mich über die ploetzliche Nähe.
    Im naechsten Moment fetzt mein Ehemann zur Haustüre herein und meint komplett verwirrt "... da steht ein Hund bei uns auf der Einfahrt; bellt mich aus und verschwindet auch nicht. Was soll ich denn tun?"
    Meine Frage "schwarz, knie-hoch und weisse Stiefel? Das ist Coakie! Bell kräftig zurrueck und geh nur seeehr langsam in seine Richtung."
    Nachdem's funktioniert hat, gelte ich seither als Loewen-Dompteur ;-) :-)

    LG
    Gerlinde

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  10. Jedoch: Warnung zur 'Löwen-Dompteur-Aktion':
    Noch zurrueck in D hatten wir a) eine herrrrrliche, riesige Labrador-Mischung auf der einen Seite als Nachbarn und b) einen gewichtgsmaessig nur wenig nachstehenden Berner Sennenhund auf der anderen Seite. Üblicherweise null Probleme, ausser, dass ICH ihr zu verteidigendes Objekt war. Fein mit mir - musste ich
    halt beiden ab und an die Finger-Geste von "spinnertem Vogel" zeigen (welche aber exxxrem gut von ihnen verstanden wurde) und dann waren beide wieder ruhig (bis zum nächsten Mal ;-) !!)

    Eines Tages kommt Lab-Mischung - wie öfter als oft - an den gemeinsamen Gartenzaun zum Ratsch und ich greife - wie sonst auch immer - für einen Krauler zu ihm hinüber. Alles passte, bis er urplötzlich vehement und böse nach meiner Hand schnappte und diese ein wenig 'ungut' zurichtete.
    Er ging; ich auch, denn ich hatte ja Hand zu verarzten.
    Hinterher hab' ich dann Kopfschüttelnd mich über das 'Warum' gefragt. Ich rief dann kurz das Frauchen des Hundes an und fragte nach einer kurzen 'small-talk-Ausrede', ob letztens/neuerdings irgendwas mit dem Hund passiert/los gewesen wäre.
    Antwort: "ne, ist blos ein wenig grantig, da er HEUTE eine seiner jährlichen Injektionen bekommen hat; wieso?"
    Ich mein Geständnis des Geschehens gemacht und wir haben dann herausgefunden, dass ich da versehentlich auf die wohl noch schmerzende Stelle griff - Bingo.
    Zwar Pech für mich aber eigentlich keiner von uns Schuld. Frauchen und ich einigten uns dann auf zukünftigen Info-Austausch, sollte wieder irgendeine Negativ-Behandung am Tier anstehen.
    Fein - best friends again.

    Resuemee: Mass und Ziel - aber wo ist das genau?!

    Liebe Gruesse,
    Gerlinde

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  11. Peggy, ich denke, jeder muss seinen Teil beeitragen, damit das Zusammenleben Mensch-Tier funktionieren kann.
    Tiere als Kinder oder Partnerersatz zu vermenschlichen ist oft ja auch ein Einsamkeitsproblem.
    Ich freue mich, dass dir meine Tiere gefallen.
    Gerlinde, vielen Dank für deine Erzählungen.
    Liebe Grüsse, Allerleirauh

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  12. Liebes Allerleihrauh,
    nach langer Abwesenheit vom Internet drehe ich meine Blogrunde.
    Ich hätte gerne als ersten Kommentar nach so langer Zeit gerne etwas Nettes geschrieben, aber dieser Beitrag provoziert mich zu Widerspruch.
    Das Verhältnis zu Tieren ist in der Tat gestört. Mir wird schlecht, wenn ich sehe, dass gebratene Hühnerteile ähnlich wie Kartoffelchips genascht werden, usw, etc.

    Was Hunde betrifft: Ich mag Hunde, wenn ich mich ihnen nähern kann und ich sie persönlich bei Freunden und Bekannten erlebe.
    Ich möchte NICHT, dass sich mir fremde Hunde nähern, egal wie freudig und schwanzwedelnd. Ich kann den Spruch "Der tut doch nichts" nicht mehr hören.
    Wenn ich im Wald, auf Feldwegen oder bei mir ums Haus spazierengehe oder jogge, möchte ich nicht angerannt werden und dann noch so etwas hören. Ich möchte meinen Gedanken folgen und mich nicht mit Hunden auseinandersetzen müssen. Ja, es hat für mich manches Mal die Grenzen überschritten.
    Ich möchte auch nicht, dass ein Hund mir zwischen den Beinen rumschnüffelt, egal zu welcher Gelegenheit.

    Früher hat es nur genervt, jetzt habe ich tatsächlich Angst, bin ich doch vor ein paar Jahren hier um die Ecke gebissen worden. Von einem Hund, der doch so etwas nicht tut!
    Nur war ich diejenige, die jeden Tag zum Arzt musste und danach selber wochenlang totes Fleisch aus der Wunde holen musste.

    Bitte versteht, dass es nicht nicht-tierlieb oder unverständig ist, wenn es Menschen so empfinden wie ich.

    Herzliche Grüße aus dem kalten, nassen Hamburg
    Tally

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  13. Tally, ich weiss schon was du sagen willst.
    Aber nur so zum Beispiel, manchmal will mein Hund einfach nicht kommen, wenn ich ihn rufe, er ist ja noch jung. Ich schau aber immer, dass ich ihn zu mir hole,wenn ich Menschen sehe und er frei ist. Aber eine Hund ist nun mal keine Maschine, wie wir Menschen im übrigen auch nicht. Es gibt dann Menschen, die sich über meinen "freundlichen" Hund freuen und ihn streicheln und es gibt Menschen, die mich beschimpfen. Welche Situation ist für alle Teilnehmer die schönere?
    Mich nervt diese überheblich Einstellung von uns Menschen in der Natur zu joggen, Velo zu fahren, uns zu bewegen, wie wir wollen, der Hund soll aber immer an der Leine gehen, es könnte ja eine Mensch kommen.
    Im übrigen ist Angst ein sehr schlechter Ratgeber und Riskiken gibt es immer. Du nimmst ja auch noch Stricknadeln in die Hand, obwohl durch sie auch gesundheitliche Beeinträchtig wurdest.
    Im übrigen reagieren viele Menschen bereits so übertrieben, wenn mein Hund an der Leine ist.
    Herzliche Grüsse, Allerleirauh

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  14. Ich denke gegenseitige Rücksichtnahme ist hier (wie bei so vielem anderen auch) wichtig.
    Ich kann es verstehen, wenn Tally sagt "ich möchte nicht angesprungen werden." Ich möchte das auch nicht, deswegen tut unser Hund das auch nicht (wäre bei einem fast 40-kg-Hund auch nicht ratsam ;o)); ich weiß aber auch, daß das leider nicht alle Hundebesitzer so sehen. Deshalb finde ich einen Hundeführerschein (wie er in Deutschland für große Hunde eh Pflicht ist) ganz angebracht, da werden zumindest die wichtigsten Grundlagen vermittelt.
    Aber auf der anderen Seite gibt es leider auch die Nicht-Hundebesitzer die z.B einfach weiterjoggen obwohl sie sehen, daß mein Hund trotz rufen nicht kommt (weil er eben keine Maschine ist). Oder die Mütter, die ihren Kindern erlauben, mit Stöckchen an unserem Zaun zu klappern und sich dann über "die kläffende schwarze Bestie" aufregen, weil unser Hund NATÜRLICH hochgeht wie ein HB-Männchen, weil er einen Angriff auf SEIN (oder besser IHR ;o)) Revier vermutet.
    Und ich denke einfach, daß das gegenseitige Verständnis und die Rücksichtnahme nur gefördert werden können, wenn Kinder tatsächlich die Möglichkeit haben, Erfahrungen mit Tieren zu machen. Denn leider fehlt es vielen Kindern heute an den grundlegendsten Erfahrungen (man fasst einen fremden Hund nur mit Erlaubnis des Besitzers an, man umarmt einen Hund nicht (die meisten Hunde mögen keinen "Schwitzkasten"), man nähert sich ALLEN Tieren nur von vorn oder von der Seite NIEMALS von hinten (es sei denn, man will sie einfangen;o))) und die können sie nur machen, wenn sie die - begleitete - Möglichkeit dazu bekommen.
    Vielen Dank für das anregende Thema und den Link mit den tollen Fotos.
    LG
    Tanja

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