Sonntag, 4. November 2012

Werden und vergehen

Bei winterlichem Wetter bin ich ohne Erwartungen zum Seminar "Der Narr und der Tod" losgefahren, bei frühlingshaften Temperaturen bin ich zurück gekommen mit vielen bereichernden Erfahrungen.


Geführte Körperreisen, langsamer Butohtanz, Abschiedsrituale, Ausdruckstanzen und das bewusste Erleben einer visonären Vorstellung des eigenen Todes sind stichwortartig die Wege, die wir ging, um den Tod in unser Leben zu holen.


Das viel geweint wurde zeigten Papierkörbe, voll gefüllt mit verweinten Taschentüchern und auch bei mir liefen immer wieder die Tränen. Aber es hatte neben Schmerzvollem auch viel Befreiendes und oft waren es auch Tränen der Dankbarkeit, dass ich in meinem Leben so viel Schönes erleben durfte. Merkwürdigerweise war ich auch für das weniger Schöne dankbar, weil ich gesehen habe, dass auch das für mein Leben wichtig war.
Im Sterben loslassen zu können und dass auch die Hinterbliebenen den Sterbenden loslassen könnne, macht das Sterben leichter, das war eine Erfahrung, die ich ganz stark gespürt habe.


Die Konfrontation mit der eigenen Sterblichlichkeit hat bei mir auch einen hoffentlich nachhaltigen Lernprozess für das eigene Leben angestossen.
Mit diesen Lebensfragen möchte ich mich in nächster Zeit bewusst auseinander setzt.
Was will ich mit meinem Hiersein bewirken?
Was will ich ausstrahlen?
Wie kann ich ganz bei mir sein?
Wo sind meine dunklen Seiten, was heisst das für mein Leben und wie gehe ich mit ihnen um?


Es waren schöne, berührende Tage voller Lachen, Weinen und Leben.

Kommentare:

  1. Mensch, auf Dein Lebenszeichen hier habe ich aber ausnahmsweise leicht fingernagelbeissend gewartet!
    War ausserdem sehr interessiert ueber Deine Ansicht und die Inhalte dieses Kurses: danke fuer die Kurzbeschreibung!

    LG, Gerlinde

    Viel Glueck fuer Deine o. g. geplanten Suchaktionen!

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  2. Von solchen Seminaren nimmt man immer sehr viel mit. Man kommt wieder zu 'Besinnung'.
    einen schönen Sonntag wünscht
    Christine

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  3. Es wäre bestimmt gut, wenn wir uns alle mal über dieses Thema Gedanken machen würden. Aber wenn wir in solch einer Situation sind, möchte man, dass das andere um sein Leben kämpft und nicht oder noch nicht aufgibt. Loslassen und Begreifen, dass es zu Ende geht ist in solchen Momenten enorm schwierig. Und die Traurigkeit danach... Ewiges Fragen, warum? Warum jetzt schon? Dabei muss man aufpassen, damit man nicht in den Fluss des Selbstmitleides fällt. Ich kenne diese Momente nur allzu gut. Sich am Schönen, Kleinen erfreuen, das Leben geht weiter. Geniessen wir das jetzt und hier mit unseren Lieben intensiv, dann fällt der Abschied leichter.
    Solche Seminare erweitern bestimmt den Horizont und regen zum Studieren an. Danke fürs Mitnehmen.
    Liebe Grüsse
    Milena

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  4. Mit viel Interesse habe ich deinen Beitrag gelesen. Der Tod, das Sterben passt so gar nicht in unsere Gesellschaft. Doch ist er immer da und ist ein Teil von uns.Ich habe mit den Schülern im RU über dieses Thema philosophiert. Berührend,bewegend, interessant war das.
    Ich wünsche dir einen guten Start in die nächste Woche
    lieber Gruss
    Bettina

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  5. toll, was für eine Erfahrung Du machen dürftest...
    beeindruckend.
    Kannst Du bestimmt gut in Deiner Kunst umsetzen.
    Wünsche Dir weiterhin viel Freude und Kraft für diesen Lernprozess,
    liebe Grüße Stefanie

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  6. Kürzlich habe ich im Magazin Nr. 43, das jeweils am Samstag meiner Zeitung beiliegt, ein Interview mit Gian Domenico Borasio gelesen. Er hat ein Buch geschrieben: "Über das Sterben". Selten habe ich in letzter Zeit einen so interessanten Artikel gelesen. Ich habe mir das Heft aufbewahrt. Und das Buch muss ich mir unbedingt mal anschauen gehen...
    Beeindruckender Blogeintrag und passende Bilder!
    Liebe Grüsse
    Eveline

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  7. Ich danke euch für eure Kommentare. Der Tod gehört zum Leben, wenn man sich das immer wieder bewusst macht, sieht man manche Dinge mit anderen Augen.
    Liebe Grüsse, Katharina

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