Dienstag, 18. November 2008

Plädoyer für den Hund


Bis vor ein paar Jahren habe ich auch zu den Menschen gehört, die sehr grosse Angst vor freilaufenden Hunden haben. Dann begann ich, mich mit diesen Tieren auseinander zusetzen und auch mich mit ihnen zu beschäftigen. Ich kenne also beide Seiten sehr gut.
Jetzt ziehe ich schon zum zweiten Mal einen Welpen auf, der später einmal Blindenführhund werden soll. Gerade mit jungen Hunden ist es nun mal so, dass der Abruf noch nicht so gut funktioniert, wie er sollte und dass Welpen die Angewohnheit haben, Menschen durch Hochspringen zu begrüssen. So komme ich immer wieder in Situationen, wo mir eine Welle von Wut, manchmal schon fast so was wie Hass entgegen schlägt. Aus heutiger Sicht finde ich, dass es sich diejenigen Menschen, die Angst haben, etwas gar einfach machen, in dem sie in der Opferrolle verharren und ihren Emotionen freien Lauf lassen. Menschen sind doch mit Vernunft ausgestattet, die sie befähigt dazu zu lernen. Durch richtiges Verhalten, liessen sich viele unangenehme Situationen vermeiden. Nicht alle, das ist mir auch klar, es gibt Hunde, die durch falsche Erziehung oder Zucht bösartig gemacht wurden, leider. Von den Hundehalter wird erwartet, dass sie Rücksicht nehmen auf Menschen die Angst haben, was ich auch richtig finde, aber Hund haben halt auch Bedürfnisse und ihr Recht auf Freiheit.
Ich war vor zwei Jahren einmal in Berlin und war erstaunt, wieviel Hunde, da ohne Leine herum laufen, ich war aber auch erstaunt, wie gehorsam sie waren. Ich bin aber auch dafür das Hundebesitzer, wenn Kinder in der Nähe sind, ihre Hunde an die Leine nehmen müssten. Es ist wie mit allem im Leben, eine Frage der gegenseitigen Toleranz und Rücksichtnahme.

Kommentare:

  1. Das ist wirklich spannend, weil du ja beide Seiten kennst. Ich hab auch schon Hunde sehr liebgewonnen, wenn ich sie kennengelernt habe und die Besitzer kannte. Und hab da auch gelernt, dass Hunde ganz tolle Eigenschaften ihrem Menschen gegenüber haben und auch z.B. den Kindern gegenüber, mit denen sie zusammenleben. Der Hund meiner Schwester hat z.B. immer gut auf meine Nichten aufgepasst. Blindenhunde sind für mich auch was ganz Besonderes, ich bin immer sehr gerührt, wenn ich einen sehe. Ich hatte bei dir schon irgendwo gelesen, dass du Blindenhunde aufziehst und das hat mich gleich für dich eingenommen.
    Leider wohne ich in einer Gegend, wo aggressive Hunde, bedrohliche Hunde ein Statussymbol sind. So werden z.B. Maulkörbe demonstrativ dem Hund locker um den Hals gehängt, die Leine wird um einen Pfosten gelegt, nicht geknotet und der Hund streunert dann rum, Schaukeln auf den Spielplätzen sind zerbissen und zeugen von nächtlichen Scharfmachtrainings. Leider muss ich doch sehr auf mein Kind aufpassen, wenn ein fremder Hund auf sie zukommt, obwohl sie sich sehr für Hunde interessiert. In anderen Gegenden ist das anders, das weiss ich auch. Aber hier werten sich wirklich viele Leute mit aggressiven Hunden auf.
    Aber Danke für deine Ausführung, das lässt mich schon noch mal nachdenken!
    LG Catherine

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  2. Ich wohne auf dem Lande und da ist es bei vielen Bauern einfach üblich ihren Hund frei herumlaufen zu lassen.
    Leider habe ich schon sehr viele zum Teil recht unangenehme Erfahrungen machen müssen.
    Aus diesem Grund bin ich immer froh, wenn ein Hund auf dem Spaziergang an der Leine ist.

    Lieber Gruss
    Bettina

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  3. wie wahr...

    ;O)

    lg anja

    ...hundehalterin seit fast 20 jahren

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  4. Ich finde deine Erzählung sehr schön..
    Meine heute 11 Jahre alte Tochter hatte auch immer riesige Angst vor Hunden bis wir vor ca.5 Jahren unseren ersten Boxer bekommen haben und wer Boxer kennt weiß das diese manchmal sehr wild und stürmisch sein können.
    Heute kann sie ganz unbefangen mit unseren beiden Boxer Rüden und auch mit fremden Hunden umgehen.Das freut mich sehr das sie es geschafft hat ihre Angst zu überwinden.Und unsere Hunden wissen genau wenn Mia Genug hat sie haben sich gut aufeinander eingespielt.
    Dafür das ich früher nie Hunde haben wollte,ich würde unsere nimmer hergeben sie geben einem so viel natürlich machen sie auch arbeit wir lieben sie einfach.
    Mich macht traurig das so viele Menschen sich einen Hund anschaffen und dann wenn er Ihnen "unbequem " wird einfach abschieben.
    Ich finde es toll das du die Hunde zu Blindenhunden ausbildest.

    Ganz Ganz liebe Grüße Andrea♥

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