Sonntag, 9. Januar 2011

Auch eine Art Erfolgsgeschichte

Da gibt es einen neuen Blog, der innerhalb einer Woche schon mehr Leserinnen hat, als die meisten Blogs, die es schon jahrelang gibt. Die Bloggerin nennt sich die Ortungshüterin und gibt Tipps, die zu einem aufgeräumten Heim und Herd führen sollen.
Warum ist das Interesse an so einem Blog so der massen gross?
Ich denke mir, weil der Konsum ein wichtiger, vielleicht zu wichtiger Teil unsers Lebens geworden ist. Wir umgeben uns mit viel zu vielen Dinge, verlieren den Überblick und fühlen uns nicht mehr wohl. Wir arbeiten, um uns etwas leisten zu können, haben eine kurzes Glücksgefühl beim Kauf, um uns dann wieder frei und glücklich zu fühlen, wenn wir es wieder entrümpeln, sprich wegwerfen können.
Widersinnig und absurd finde ich das. Und so ist der Erfolg dieses Blogs im Grunde ein Zeichen für ein krankes Gesellschaftssystems. Wir haben zuviel und freuen uns am wegwerfen und in anderen Regionen dieser Welt, fehlt es den Menschen an allem.
Ich mag Ordnung auch und ich kaufe mir ab und an Dinge, die ich vielleicht nicht wirklich brauche, aber ich überlege mir den Kauf viel mehr, als ich das früher gemacht hätte. Wir haben eine Verantwortung für unsere Welt. Denn auch Dinge, die wir nicht mehr vor Augen haben, sind deswegen noch lange nicht aus der Welt geschafft.

Diese Kiste hat eine Nachbarin gestern in die Siedlungsgarage gestellt, Ironie des Schicksals, auch ein armes Entrümpelungsbuch ist nun Opfer seiner eigenen Philosophie geworden.

Kommentare:

  1. ?????? Also ich zumindest bin ein Genie im Chaos verbreiten vielleicht sollte ich das vermarkten (Ist wohl nicht so gefragt?)! Aber ich frag mich ehrlich, was Leute so daran interessiert wie mensch all den Kram unterbringt der nicht gebraucht wird, schräg fand ich die Notitzen wieviele Kilo von was ausgemistet wurden, ich glaub bei uns im Haus würden danach alle nackig rumlaufen müssen würde ich soviel entsorgen;-) "Schön" fand ich in dem Zusammenhang so Begriffe wie Konsumlaune......

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  2. Liebe Katharina, Worte aus meinem Herzen.... Piri

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  3. liebe katharina, auch ich überleg mir länger als früher wass ich mir kaufe, und ab und zu kauf ich doch etwas, dass ich nicht brauche. ich hoffe es gelingt uns alle zusammen um die umwelt mehr zu schützen, jeder fäng t bei sich selber an und die kette hat ein anfang.
    lieber gruss, riet:)

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  4. du hast sehr recht....und auch ich, bin mehr denn je stiller im konsumieren geworden...all diese dinge...sie sind nicht wirklich wichtig....du sprichst mir sehr aus dem herzen !!

    liebe grüße
    stella

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  5. Ja, der Januar! Das ist für mich eindeutig DER ENTRüMPEL-MONAT! Welch ein Glück mit dem Buch "Gerümpel im Alltag". Habs mir auch schon im Laden angeschaut. Griessli Cornelia

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  6. wenn du zeit hast, schau bei mir vorbei.. ganz e guete Wochestart wünscht dir tanja

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  7. Als ich in den USA war, war ich erschreckt, wie sehr dort "kaufen" so eine richtige Freizeitbeschäftigung ist. Man fährt nach der Arbeit in die Mall, schlendert durch die Geschäfte, ob man nicht etwas zu kaufen findet... Ist für viele Leute hier sicherlich auch so (für die, die es sich leisten können - die anderen, die nur das allernötigste Geld bekommen, für die ist das doppelt schlimm. Wenn der Verzicht erzwungen ist, kann man sich auch kaum mit seiner ökologischeren Lebenshaltung trösten.)
    Zum Ändern und Weiterbenutzen wollte ich demnächst sowieso noch was schreiben - ich hab nämlich einen großen Stapel solcher Sachen, und dieses Jahr wollte ich den wirklich angehen und nicht immer nur denken "das könnte ich mal kürzer machen, dann ziehe ich es auch wieder an". Vielleicht macht man ein kleines Projekt draus - jeden Monat ein Teil, oder so?
    viele Grüße!

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  8. Also ich gehöre auch zu der Entrümpel-Fraktion. Und das, obwohl ich mir einbilde, wirklich wenig einzukaufen, ob Klamotten oder Gegenstände, ich hab andere Hobbies ;-). Und trotzdem sammelt sich ein Zeug an, wohlgemeinte Geschenke, Kram von anno dazumal, die Uralt-Videos, die ich als Teenager aufgenommen hab, lauter Kleinkram und und und. Entsorgen bedeutet ja nicht zwangsläufig "ab in den Müll".
    Was ich wirklich wichtig finde, ist die Sachen, die noch gut sind, sinnvoll loszuwerden und die anderen dem Wertstoffkreislauf wieder zuzuführen. Also das Althandy einschicken, Klamotten in den Container, eine Tour auf den Flohmarkt und anschließend in den Sozialladen zu gehen, die Bücher zu Oxfam zu tragen... Da haben meine Sachen einen viel größeren Sinn, als wenn sie bei mir alles vollstellen, damit ich nix wegwerfen muss. Das ist bedeutend aufwändiger, als alles einfach in die Tonne zu hauen, aber für mich auch viel befriedigender. Denn ebenso, wie der Konsum ein bewußter sein sollte, sollte auch das Entsorgen der Sachen nicht blind geschehen.
    LG Zora

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  9. Ist es nicht auch eine "Krankheit" unserer Zeit, sich in blogs "darzustellen". Natürlich weisen alle, die im Netz unterwegs sind, weit von sich, dass sie dadurch andere Lebensbereiche vernachlässigen, die mehr mit der "wirklichen Welt" zu tun haben. Und hat nicht ein blog, der andere ermutigt etwas zu tun, statt vor dem Rechner zu sitzen (ich kenne den blog übrigens nicht)auch eine gewisse Daseinberechtigung und sogar positive Ansätze?
    LG
    Anne

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  10. Lucy, das fände ich ein spannendes Projekt, so nach dem Motte "Aus Alt zu Anders".
    Zora, ich gebe dir vollumfänglich recht.
    Anne, ich habe dem Blog nicht sein Daseinsberechtigung abgesprochen, ich habe mir nur Gedanken gemacht, warum so ein Blog in so kurzer Zeit so Erfolg hat.
    Warum liest du überhaupt Blogs, wenn du es als Selbstdarstellung ansiehst? Bloglesen wäre ja dann auch vernachlässigte Lebenszeit.
    Für mich ist eine Blog zu führen etwas sehr kreatives, es ist eins meiner Hobbies, das mich kein Geld kostet, keinem materiellen Müll produziert und mir erst noch viel Spass bringt, auch für meine reales Leben.
    Herzliche Grüsse, Allerleirauh

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  11. Liebe Allerleirauh,

    ja da könnte frau fast neidisch werden - die Einschaltquoten sprechen für den Spass, in kleinen Häppchen vernachlässigte Bereiche wieder erstrahlen zu lassen!

    Niemandem wird verboten, etwas ins Brockenhaus oder in die Kleidersammlung zu geben oder zu behalten.

    Unbestritten sammeln sich - jedenfalls auch bei mir - Dinge an, die sich die Tarnkappe anzuziehen scheinen und endlich weggeräumt oder in den Müll gehören.
    Übrigens - sicher reduziert sich Vieles, wenn die Kinder flügge geworden sind und wir unsere Linie gefunden haben.

    Ich finde den Blog jedenfalls witzig und anregend - wie viele andere offenbar auch.

    Liebe Grüsse LY

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  12. Guete Abe liebi Katharina,
    Ich gehöre normalerweise auch zu Jenen die sich überlegen bevor sie etwas kaufen. Leider ist dem aber in letzter Zeit nicht so weil mein seelischer Haushalt im Moment auf dem Tiefpunkt ist und ich mir einfach eine Freude gönne. Aber ich habe dann wirklich Freude daran und schenke das eine oder andere aus vollem Herzen weiter.Mir käme es nicht in den Sinn über meine entrümpelungen zu äussern. Bei mir geht das meiste jeweils ans Rote Kreuz oder sonstigen soz. Institutionen...oder eben es bleibt bei mir weil ich nicht so viele Berge von unnötigen Zeugs habe....Frau wird ja auch älter und weiser ;-)). Für Morgen wünsche ich Dir viel Spass mit Deinem Geburtstagskind. Danke für die Wünsche. Emily hatte echte Freude daran....übrigens geben auch wir den Kindern nicht zu viel weiter....denn sie müssen auch lernen zu warten bis man etwas bekommt oder kaufen kann.
    GllG
    hanni

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  13. LY, neidisch bin ich nicht. Für mich ist dieser Blog aber nichts, weil ich niemand brauche, der mir sagt, was ich wann wo und wie zu machen habe und mit Stoppuhren habe ich es sowieso nicht, bin eher ein gemütlicher Mensch. (o:
    Hanni, ich sage ja nicht, dass man sich garnichst gönnen soll, ich habe einfach gefunden das Phänomen des Erfolgs dieses Blogs zum Nachdenken anregt.
    Liebe Grüsse, Allerleirauh

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  14. Liebe Katharina,
    ich lese diesen Ordnung-machen-Blog gern! Ich kenne so viele - vor allem (nicht mehr ganz) junge - Menschen, die nicht wissen, wie sie anfangen sollen aufzuräumen, weil ihnen niemand in ihrer Kindheit beigebracht hat, wie man seinen Kram strukturiert. Und für viele ist es Seelenarbeit, sich von Krempel zu lösen, daher sammelt sich in vielen Haushalten so viel Ungebrauchtes an. Diesen Menschen hilft dieser Blog - und das Ergebnis ist immer erfreulich - mehr Durchblick, mehr Struktur und ein richtig gutes Gefühl ( und ein noch besseres, wenn qualitativ gutes Ungebrauchtes im Sozialladen landet).
    Wenn du zu den Glücklichen gehörst, die sowohl im Anschaffen des Nötigen wie auch im Abschaffen des irgendwann Verbauchten oder Überflüssigen ein gutes persönliches Maß finden, dann ist das doch ganz prima. Aber "Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags" ist ein Buch, das in meiner Umgebung so manch einem zu guten Einsichten und klaren Entscheidungen gegen Ballast verholfen hat. Ich mag mich deinem - für mich etwas hämischen - Kommentar da nicht anschließen. Äußere Ordnung hilft Menschen - ganz besonders Jugendlichen - zu einer inneren Struktur (zurück) zu finden, wenn das Leben einem so ganz anders als geplant ins Gehege kommt.
    Probier doch mal aus, wie sich Entrümpeln anfühlt. Ich persönlich mache das seit Jahren häppchenweise immer wieder und bin sehr glücklich damit.
    Liebe Grüße
    Beate

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  15. Beate, du musst dich meinen für dich hämischen Kommentar nicht anschliessen.
    Tatsache ist, dass das Bedürfnis dieses Blogs und solcher Bücher, Resultat unseres Lebenstils sind und wohin uns dieser führt, das kann jeder sehen, der die Augen aufmacht und das ist es, was mich im Grunde so wütend macht.
    Unser Welt geht kaputt, aber hauptsache unser Wohnung ist schön aufgeräumt, um es mal überspitz sagen. Aber das ist dir wahrscheinlich auch wieder zu bösartig.
    Herzliche Grüsse, Allerleirauh

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  16. ich hab mir auch über dieses blogphänomen gedanken gemacht ... es freut mich, dass du dieses thema ansprichst ...

    beste grüsse aus der waschkueche

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  17. Das hast du schön geschrieben. Nun les ich mal die ganzen Kommentare.

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