Sonntag, 2. Januar 2011

Gleich weit wie gestern...

...bin ich heute mit meiner Strickarbeit. Es hatten sich einfach zu viele Fehler eingeschlichen, so dass ich kurzerhand, alles wieder aufgeribbelt habe.


Stricken ist für mich reine Meditation. Maschen kommen und gehen, Gedanken kommen und gehen.

Ich stelle mir vor, dass wir am Anfang unseres Lebens in einer Reihe stehen und Gott oder wer auch imme, wirft uns einen Wollknäul zu. Knäule in alle Grössen und Farben sind darunter. Weiche Wolle, rauhe Wolle, dicke Wolle, dünne Wolle, alles ist vorhanden.
Nun fällt so ein Knäul in unsere Hände und wir sind aufgefordert unserern Lebensfaden zu verstricken.
Manche beschränken sich auf Glattrechts, manche stricken die kompliziertesten Muster.
Wie wir unser Leben gestalten liegt ein Stück weit in unserern Händen, wird aber auch bestimmt, durch die Qualität dens Garns, welches wir in den Händen halten und unseren Fähigkeiten damit umzugehen.
Manchmal lassen wir Maschen fallen, mühsam ist es, sie wieder herauf zu holen, je nach Muster gelingt es uns vielleicht gar nicht mehr.
Im Leben können wir nicht einfach wieder von vorne beginnen, wenn uns etwas nicht gefällt, aber mit einen neuen Muster können wir jederzeit beginnen.

Kommentare:

  1. Liebe Allerleirauh,

    ich wünsche Dir noch ein schönes neues Jahr!

    Das hast Du schön gesagt und wie war Deine Worte sind.

    Liebe Grüße
    Simone

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  2. wow! ich bin gans beeindruckt von deiner story! ich fühle im moment sehr dass ich ein neues muster schtricken muss, hab vorher nicht gewusst wie ich mich ausdrücken soll. DANKE! lieber gruss, riet:)

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  3. Einfach nur treffend! Mehr fällt mir mit meinem bescheidenen deutschen Wortschatz nicht ein!
    Bin am Stricken - in echt - ein Löchli-Baktus in knallgelb. Also viele Löcher im Muster - gibt gute Laune! Mit knallgelb hab ich mein Farbmuster durchbrochen...

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  4. Hey, bin echt sprachlos! So treffend!!! Danke für diesen tollen Text, werd ich mir genau so merken! Dein zartrosa, ein richtiger leichter Lebenshauch. Griessli Cornelia

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  5. Wunderschön wir dein rosa Zauberkunstwerk. Ja wenns im Leben doch nur immer so einfach wäre mit dem aufribbeln und wieder neu stricken.
    Deine Worte sind so treffend!!
    lieber Gruss
    bettina

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  6. Du hast genau die richtigen Worte getroffen. Manchmal braucht man wirklich ein gutes Muster um Abschalten zu können.
    Ich freue mich, wie wahr Deine Worte sind.
    Birgit

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  7. Wie recht du doch hast. Schöne Gedanken.
    Liebe Grüße Annerose

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  8. schönes gedankenstrickmuster.
    und wünsche weiterhin beglückende maschenmeditationen.

    herzlichst
    tatjana

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  9. Liebe Allerleihrau,
    ich werde in Zukunft achtsamer mit meinem Strickzeug umgehen. Deine Worte finde ich sehr treffend. Eine schöne ansicht.
    Herzliche Grüße zum Jahresbeginn
    Claudi

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  10. Liebe Allerleirauh,
    das ist sehr einfühlsam ausgedrückt !
    Was wird das Schönes, wenn es (hoffentlich)nicht mehr aufgeribbelt wird ;-)?
    Viele Grüße, Marion

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  11. Marion, es soll mal das Jäckchen werden, das man oben rechts im Heft sieht.
    Liebe Grüsse, Allerleirauh

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  12. Wie gut du die Worte finden konntest, die mir auch immer wieder beim Stricken (und v.a. beim Aufribbeln) irgendwo zwischen Herz und Hirn flüstern! Ich MUSS diesen Post hier bei mir abspeichern... ich denke, eines tages werden mir genau diese Worte fehlen, und ich werde sie hier lesen und mich verstanden und getröstet und ermutigt fühlen. Wunderbar!
    Bora

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  13. Du hasst Recht, Stricken wirkt beruhigend, meistens zwar nur wenn man mittendrin ist und nicht den Endspurt einlegt,da werde ich eher ungeduldig.
    Aber ich glaube, Sticken kommt meinem Charakter entgegen, da man Fehler leichter ausbügeln kann als beim Nähen und als im Leben allgemein.
    Ein Pullover und Tuch wächst meistens mit und begleitet dich über Jahre hinweg treu, une zu kneifen, wie eine zu eng gewordene Jeanshose...
    Vielleicht sollten wir mal Hosen stricken, Leggings habe ich schon gesehen...
    Ich mag die Diskussionen bei dir im Blog, dann habe Kommentare immer einen extra Sinn.
    Herzlichst Anett

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  14. Deine Gedanken berühren mich. Ich habe schon oft über den Lebensfaden in unseren Händen gemacht. Parallelen gibt es auch in der 'Edda' mit den den 'Nornen'. Interessante Infos dazu gibt es auch bei Wikipedia (Lebensfaden, Nornen). Liebe Grüsse und ein spannendes 2011!

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  15. Liebe Allerleirauh,
    viele deiner letzten Post haben mich sehr bewegt. Wunderschön schaffst du es, deine Gedanken in Worte, in Gleichnisse zu fassen.
    Ich komme immer gern zu dir und oft bin ich einfach sprachlos ob der schönen Dinge und Gedanken, an denen du uns teilhaben lässt.
    Ich wünsche dir ein wundervolles Jahr, fühl dich feste umarmt, wenn du magst

    Katrin

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  16. Also diese Gedanken mal aufs Stricken zu übersetzen finde ich toll. Ob es in jedes andere Handwerk auch projezierbar wäre?

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