Donnerstag, 23. Juni 2011

Mut zum Schal

Gestern habe ich bei Michou ein Post gelesen zum Thema "Mut+auffälliger Kleiderstil".
Ich persönlich finde, Mut braucht es beispielsweise, um sich in einem totalitären Land gegen den Machthaber zu stellen, aber nicht, um sich seine Kleider nach den eigenen Vorlieben auf den Leib zu schneidern.
Nun ist es aber so, dass Menschen sich ihre Meinung über andere innerhalb von ein paar Sekunden machen und ist man einmal drin in der Schublade, dann ist es mit grossen Anstrengungen verbunden, da wieder herauszukrabbeln.
Ist man auffällig gekleidet, macht man sich sichtbar sehr beurteilbar.
Sätze wie "Die will wohl nur auffallen, die ist eitel, die hat nur Mode im Kopf, die will wohl etwas Besonderes sein, was hat diiiiiiiie den an?" höre ich dann schon an meinem inneren Ohr vorbeiziehen.
Nun kann man berechtigter Weise anmerken, solche Menschen können einem egal sein.
Aber wir sind eben alle solche Menschen. Auch Michou vermutet in ihrem Text, dass Frauen, die sich all zu schräg anziehen, nur provozieren wollen. Wir urteilen ab, ich urteile ab, bewusst oder unbewusst. Aber was löst so ein Urteil in uns aus? 
Wir sind Herdentiere, wir wollen gerne dazu gehören, also passen wir und an oder wir zahlen eben den Preis, für viele das schwarze Schaf zu sein.
Das es Menschen gibt, denen dieser Preis zu hoch ist, kann ich gut verstehen.


Gestern habe ich auch eine sehr nettes Video gesehen, welches zeigt, wie man einen Schal auf 25 Arten tragen kann. Ein Schal ist eine Schal ist ein Schal könnte man meinen, aber die Möglichkeiten, die in ihm stecken, geben dem Schal sein individuelles Aussehen.
Kleider geben uns die Möglichkeit sich von der Masse abzuheben oder in ihr einzutauchen.
Beides sind gleichberechtigte Haltungen. Schöner fände ich es natürlich, es würden mehr die immensen Möglichkeiten ausschöpfen, die Kleidung besitzt.
Wer sich noch nicht traut, kann ja damit anfangen, den Schal mal ganz anders zu binden als sie es bis anhin tat.

Kommentare:

  1. ich glaube, daß ich zu der Herde gehören, die gerne gerade die Leute mag, die sich anders kleiden, die bunt sind und das Gefühl nach Außen tragen, daß sie das Leben einfach genießen und so leben möchten, wie sie es für richtig halten. Und das sind meist welche, die eben Bunt und mutig herumlaufen - anders. Herde ist eine Sache - aber Individualität Kreativität in das Leben zu bringen ist Freude am Leben. Graue Mäuse gibt es doch schon genug - oder!!!!!
    Ich bin für das Motto - lass uns das Leben bunter machen, vielleicht machen die anderen ja mit!
    Liebe Grüße Tinki

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  2. ganz ehrlich, ich mache mir auch immer viel zu viele Gedanken darüber, was andere denken könnten. Dabei muss es doch einfach mir gefallen und Freude bereiten. Oder? Blöd, wenn man sich das von anderen verderben lässt... *seufz*
    Danke für deinen Schaltipp!

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  3. Mir ist einfach bewusst geworden, dass man vielleicht aufhören sollte zu Werten, egal in welche Richtung. Graue Mäuse oder bunte Vögel-eigentlich finde ich im Tierreich Mäuse viel süsser. (o:
    Kleider sind Hüllen, Schutzhüllen, und viele brauchen eben den Tarnanzug von Jeans und T-Shirt. Wenn sie sich damit wohl fühlen, warum nicht?
    Wenn aber ein bunter Vogel im Mausanzug steckt, würde ich mir wünschen, dass er den Reissverschluss aufmachen, seine Flügel spannt und davon fliegen.
    Liebe Grüsse, Allerleirauh

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  4. Lealu, ich finde das eben gar nicht blöd, sondern menschlich. Wir sind in gewisser Weise abhängig, von dem was andere denken. Hast z.B. das Gefühl, jemand lacht über dich, dann verunsichert dich das und nimmt dir die Freude. Also versuchst du dich so zu verhalten, dass du nicht auffällst. Man schützt sich so vor seelischen Verletzungen.
    Liebe Grüsse, Allerleirauh

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  5. Ja, ich finde das ist ein sehr guter Aspekt: In manchen Situationen (z. B. eine konservative Beerdigung, bei manchen Berufen) ist es ja z. B. sehr berechtigt, dass es "Tarnanzüge" gibt. Und privat genauso: Wenn es die eigene Entscheidung ist, jetzt gerade nicht aus der Herde herauszustechen, ist doch alles OK. Für die "ich würde gerne, aber ich traue mich nicht"_Leute würde ich mir auch wünschen, dass sie mit kleinen Schritten in die modische Richtung gehen können, die ihnen zusagt. Da ist die Gewohnheit udn das festgefügte Bild, das sich andere schon von einem gemacht haben, wahrscheinlich das größte Problem. Trägt man jahrelang immer nur Jeans und T-Shirt, dann fällt ein Rock der Umgebung auf und wird kommentiert, wobei Kommentare ja wahrscheinlich negativ gemeint sind. Es ist nur für die Trägerin vermutlich neu, dass ihre Kleidung bemerkt und thematisiert wird, und da muss man sich erstmal dran gewöhnen.

    viele Grüße!

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  6. Was wäre es doch langweilig ohne die bunten Vögel. Es ist doch schön etwas zum Schauen und Staunen zu haben. Ich finde es einfach wundervoll.

    LG
    Birgit

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  7. Kleidung ist für mich auch immer ein Ausdruck der Persönlichkeit, der Stimmung und des Geschmacks des Trägers. Mit Mut hat das für mich, persönlich, nichts zu tun. Dass Kleidung schon seit jeher auch ein Mittel zur Provokation war und ist, glaube ich schon, man grenzt sich damit von bestimmten Gruppen oder Einstellungen ab, oder versucht das zumindest nach aussen hin. In meiner Jugend trug ich am liebsten Kleidung vom Flohmarkt oder Sperrmüll, je älter, zerrissener umso besser, das war mein Motto und im nachhinein denke ich, wollte ich mich damit abgrenzen von meinen Eltern und bestimmten Personengruppen die ich zu dieser Zeit einfach „langweilig“ fand und unbewusst auch provozieren.
    Heute sehe ich das entspannter, ich zieh das an was mir gefällt, meist nach Stimmungslage, bin ich eher düster drauf, greif ich schon zu schwarz und zurückgezogenen Farben, könnt ich die Welt umarmen, nehm ich bunt-bunt-bunt;). Und die Menschen ringsum reagieren doch auch entsprechend darauf, lassen mich in Ruhe, weil ich nicht „auffalle“ oder gucken und sprechen mich an, egal ob positive oder negative Kommentare.
    Kleidung zu tragen, die nicht der „Norm“ entspricht, ist für mich , wenn man das Wort Mut benutzen möchte, sozialer Mut. Also keine Angst davor haben, ausgegrenzt zu werden. Wie du ja auch schon schreibst, wir sind Herdentiere.
    In diesem Sinne, jeder soll das anziehen, in dem er sich wohlfühlt und letztendlich, zieht man die Kleider aus, sind wir alle gleich…wie Gott uns geschaffen hat;).
    ach...und Mut haben für mich Leute, die den Mund aufmachen, wenn andere schweigen!
    lieben Gruss
    Susanne

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  8. ich glaube, wenn man Angst vor dem Urteil anderer hat,ist man nicht wirklich bei sich selbst. Man sieht sich vor allem mit den Augen der Anderen und sucht dann auch ständig deren Bestätigung oder vermutet deren Ablehnung. So benutzen für mein Empfinden auch viele die Kommentarfunktion in den Blogs. Die Bloggerin stellt sich oft dar, wohl auch, um den anderen etwas von sich zu zeigen, aber ganz im Verborgenen geht es glaube ich in erster Linie um ein Bestätigt-werden-wollen. Je mehr positive Rückmeldung, umso besser kann sich die Person fühlen. Sie darf DOCH so sein,wie sie ist. Was aber, wenn die positiven Rückmeldungen ausbleiben ? Heißt das dann, diejenige Person sollte sich doch ändern,sich den anderen anpassen.
    Die Antwort liegt in uns, nicht im Außen.
    Liebe Grüße
    Mary

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  9. Susanne, aus dem Alter, wo wir Kleider als Provokation benutzt haben, sind wir wohl raus.
    Machen das die Jungen überhaupt noch? Ich glaube nicht.
    Mary, ich muss sagen, ich bin nicht frei vom "Urteil" andere Leute. Ehrliche, positive Bestätigungen freut mich und geben mir Rückhalt. Ich glaube, es gibt wenig Menschen, die so souverän durch das Leben gehen, dass ihnen ganz egal ist, was andere von ihnen denken.
    Ob Kommentare kommen oder nicht, ist hat auch diesem all zu menschlichen Spielchen, "gibst du mir gebe ich dir" unterworfen und kann insofern nicht wirklich als Gradmesser zur Selbstfindung dienen.
    Bloggen ist für mich in erster Linie, ein Mittel mich kreativ auszudrücken und das Hast-du-gut-gemacht-Schulterklopfen nehme ich gerne an, ist halt sowas wie das Zückerchen.
    Liebe Grüsse, Allerleirauh

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  10. Also ich würde ganz gerne immer besonders gekleidet herumlaufen! So dass man mich schon kennen würde, wenn man mich von ferne sieht! Leider benutze ich meine Zeit für andere Dinge, z.B. stricken und fürs Nähen reicht es selten. Und so habe ich meistens Jeans und T-Shirts an. Aber wenn ich auf der Straße jemandem begegne, der mutig gekleidet ist, würde ich sie (meistens ist es eine Sie) gerne ansprechen und ihr sagen wie toll ich das Outfit finde! Meistens traue ich mich aber nicht! Oder "Sie" sieht dann nicht unbedingt so aus, als ob sie sich darüber freuen würde!
    Liebe Grüße,
    Susanne

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  11. Ich habe dir eine Antwort auf deine Frage in meinem Blog geschrieben. Ich hoffe, du kannst mit meinen Tipps etwas anfangen. Vielleicht fällt mir ja noch mehr ein.
    Liebe Grüsse
    Bettina

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