Montag, 5. Januar 2009

Hauptsache gesund


Dieser Satz ist mir in den Tage vor dem 18.Geburtstag meines Sohnes immer wieder durch den Kopf gegangen. Ein Satz, der so dahin gesagt wird, der mich nach der Geburt meines Sohnes aber oft wütend und auch traurig gemacht hat. Für mich war die Hauptsache, schlicht und ergreifend die, dass er leben darf. Die Hauptsache war das Wohlergehen meines Kindes, es hat genau das gleiche Recht geliebt und angenommen werden, wie ein gesundes.
Wie kann es auch anders sein, bin ich genau in diesen Tagen auf einen Blog gestossen, der Hauptsache gesund heisst. Ein Blog in der eine Mutter von sechs Kindern auf sehr ergreifende, offene und bewusste Weise über ihr Leben vor und nach der Geburt ihres siebten Kindes berichtet, einem Kind das mit dem Down-Syndrom geboren wurde.
Eine Mutter, Gabriela heisst sie, die so unter ganz anderen Umständen wie ich, ihr Leben lebt. Sie, die wohl Regentropfen der Zeit sammeln muss, um ihren Blog zu schreiben, ich, die ich mit zwei schon grossen Kindern, für meine eigenen Bedürfnisse in einem Zeitmeer schwimmen darf. Doch verbinden uns teilweise ähnliche Gedanken und die Liebe zum schreiben.
Ich konnte gerade noch durch die nur einen spaltbreit offene Bloggertür hinein huschen, den nun ist dieser Blog zum Schutz ihrer Familie geschlossen, auf Anfrage öffnet Gabriela gerne die Türe. Offen ist aber der Tochterblog.
Mit diesem Posting, schon meinem 100., möchte ich ausdrücken, das diese Einblicke in andere Lebensrealitäten, die das Bloggen uns so hautnah erleben lässt, ein Geschenk und eine Bereichung für uns alle sind. Etwas, was uns miteinander verbindet, so verschieden wir auch sein mögen.
Vielen Danke auch für eure Kommentare zu meinem letzten Posting, es war für mich ein ganz besonderer Tag.
Danke, Gabriela, dass ich dieses Posting schreiben durfte.

Kommentare:

  1. Ich lese auch sehr gerne im Blog von Gabriela. Diese Einblicke in andere Lebenswelten, wie Du es so treffend beschreibst ist sehr anregend. Sie sind ein Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Und bei Gabriela rentiert es sich allemal - nicht jeder hat so eine große Famile, stellt sich täglich den Herausforderungen und findet immer noch Zeit, gut formulierte Gedanken zu posten
    Liebe Grüße
    Herr M

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  2. ich kann mich herrn m nur anschliessen...und bin wirklich beeindruckt...eine wirklich bemerkenswerte familie

    und das foto der kleinen ist einfach wunderbar...

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  3. Liebe Allerleihrauh, lieber Herr M und Miss Holly Golightly (was ihr alle für geheimnisvolle Namen habt! :-))

    Vielen Dank für eure wohlwollenden Worte!
    Dass meine Welt so anders ist als die der übrigen Welt, ist mir zwar nicht bewusst. Dass es jedoch eine (Blogger)Welt gibt von Menschen, die alle wundervolle, einzigartige Dinge gestalten, das lerne ich hier täglich, und mich ehrt es sehr, von dieser Gilde der "Blogger mit den schönen Dingen" wahrgenommen zu werden.
    Es ist wirklich so, wie Allerleirauh schreibt: Es ist die Liebe zum Schreiben, die mich bloggen lässt. Ich kann so vieles verarbeiten und weiter formen. Vielleicht sind diese "Neugedankenwesen" meine Feen und Zwerge, meine sorgfältig gestalteten Ecken und Winkel (vor allem natürlich in meinem geschlossenen Blog), denn diese sehen hier aus wie in einem Haus, in dem 9 Menschen sich arrangieren müssen, das Jüngste zusätzlich intensivst "ausräumen" übt.
    Ich freu mich, wenn ihr weiterhin mein Gäste seid.

    Liebe Grüsse
    Gabriela

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  4. Liebe Gabriela
    dass deine Welt so anders ist wie meine oder z.B. Herr M's habe ich auch nicht gemeint, sie ist einfach geprägt von anderen Lebensbausteinen, so wie jedes Leben anders zusammengesetzt ist.
    Aber das ist ja gerade das Bereichernde, dass keine Leben gleich ist.
    Dein Blog hat mindensten genau so viel zu geben, wie die "Blogs der schönen Dinge", dein innerer Reichtum ist bewundernswert und wie du dein Leben lebst allemal.
    Uns ehrt es, dass du ihn mit uns teilst. Danke dafür.
    Liebe Grüsse, Allerleirauh

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  5. Ja, da kann ich mich vorbehaltlos anschließen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wenn Blogger so einen Blick auf ihre persönliche Welt erlauben und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich hier und da einen Blick in ein fremdes Leben, in eine ganz andere Welt bekommen darf. Das Kennenlernen der Welten und der Lebenssicht von anderen bereichert mich sehr.
    viele Grüße, Lucy

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  6. Oh du, ich habe eben – wie eigentlich? – dieses Post gefunden. (ah ja, über google) Was haben wir nicht alles geteilt, wenn auch auf Distanz, in diesen Monaten, die seither vergangen sind.
    Gänsehaut- und Dankgruss

    Gabriela

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  7. Du musst für nichts Danken.
    Es ist der Fluss der Zeit, der uns verbindet.
    Er entspringt aus eine Quelle, hat aber verschieden Seitenarme. Wir sind die Schiffe darauf, nehmen verschieden Wege, aber immer mal wieder fährt man neben einander her, winkt sich zu und ruft eine paar Worte zu wie Rettungsringe.
    So wenig, so viel.
    Liebe Grüsse in den Morgen, Allerleirauh

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    1. wie treffend, auch 5 lange Jahre später!
      <3

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    2. Ja, das habe ich beim Wiederlesen auch gedacht.

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