Montag, 4. Mai 2009

Der Marathonmönch


Kennt ihr das auch? Aufwachen, der erst Blick aus dem Fenster verspricht nichts als ein grauer Regentag und man würde am liebsten wieder die Decke über den Kopf ziehen, sich verstecken vor der Alltagsroutine, die einem erwartet.
Der ewig gleiche Trott, die ewig gleichen Bahnen, die man zieht - ist das der Sinn des Lebens?
Gerade heute geht es mir so und gerade heute ist mir wieder ein Dokumentarfilm in den Sinn gekommen, den ich vor ein-zwei Jahren gesehen habe und der mich tief beeindruckt hat. Dieser Film hiess "Der Marathonmönch".
Ein buddhistischer Mönch ist auf der Suche nach Gott sieben Jahre gelaufen und hat dabei rund 40.000 Kilometer zurückgelegt.
Er verliess jede Nacht seinen Tempel genau um 1:50 Uhr und lief in Strohsandalen los, trug einen Hut aus gerolltem Zedernholz und eine Papierlaterne mit einer Kerze in der Hand.
Knapp sechs Stunden war der Mönch unterwegs, mindestens eineinhalb Stunden davon betet er: an Tempeln, Schreinen, Bäumen, Steinen, Bächen. 255 heilige Orte auf dem Berg Hiei sind es und jeder hat seine eigenen Regeln. An manchen ist es nur eine kurze Handbewegung, ein dahin geworfenes Wort oder eine Segnung, an anderen eine ausgefeilte Choreografie.

Eine für mich nahzu unmenschliche Kraftanstrengung liegt hinter diesem Mönch.
Er hat sich dieser Routine hingeben oder unterworfen, wie man das auch nennen will, und hat sein Seelenheil darin gefunden.

Warum gibt es immer wieder Zeiten, wo es schwer fällt zufrieden zu sein mit dem was ist?
Was erwartet man vom Leben, was ist sein Sinn?
Ist einfach Nicht-fragen, sondern Tun die Antwort?

Kommentare:

  1. Uff, ja, dein Post spricht mir aus der Seele, nach dem langen Wochenende fällt es mir gerade sehr schwer, mich wieder an die tägliche Routine zu begeben. Dabei habe ich mich noch gestern Abend darauf gefreut, heute wieder anzufangen. Jetzt würde ich aber lieber einen Mittagsschlaf machen oder wenigstens Schokolade essen. Dabei weiß ich genau, würde ich jetzt endlich einfach anfangen, wäre es in Ordnung. Daher ja: Tun ist die Antwort, denke ich.

    viele Grüße, Lucy

    AntwortenLöschen
  2. Du triffst meine Gedanken heute sehr.
    Gerade komme ich von der Arbeit, und fragte mich, wohin die Entwicklung der Kindheit geht. was wir für aussergewöhnliche ergänzende Erziehung zur Familie leisten-heutzutage! Wie sehr sich meine Arbeit zu der vor 15 Jahren unterscheidet. Wie unzufrieden und hilflos sie mich manchmal macht. Wie wütend ich manchmal auf Erziehungsberechtigte bin, und daß sich das Rad immer weiter dreht, und ich mich manchmal frage, ob ich das alles noch möchte....
    Heute etwas resignierte Grüße von Claudi.
    Ich straffe mich, und werde nun meine Kinder freundlich mit Pfannkuchen erwarten.

    AntwortenLöschen
  3. ...die antwort liegt bestimmt- wie immer dazwischen- mal so und mal so...denke ich!!!

    es gibt eben immer 2 seiten der medaille....!!!

    lg sabine

    AntwortenLöschen
  4. beeindruckend, den film hätte ich auch gern gesehen..!! er gibt sich ganz der aufgabe hin, egal was sie beeinhaltet....
    sehr weise, diese art..!!

    und oft nicht meine.....
    liebe grüße von stella
    die auch manchmal im hamsterrad läuft !!

    AntwortenLöschen
  5. ich weiss nicht was die antwort ist liebe allerleirauh, aber ich lasse die fragen gerne weiter in mir klingen...liebe grüsse*

    AntwortenLöschen