Freitag, 8. April 2011

Leben und Tod

Ich war heute in Zürich im Lunch-Kino. Gesehen habe ich "Bouton", ein Film, der die letzten 4 Monate im Leben der Schweizer Puppenspielerin Joahna Bory zeigt, die an Brustkrebs erkrankt war.
Einmal mehr zeigt es sich, wie kostbar das Leben ist, merkt man erst, wenn es bedroht ist.
Ein bewegender Film, der natürlich Fragen aufwirft für das eigene Leben. 
Fazit des Filmes ist, so man das so pauschal sagen kann: Man soll das Leben geniessen.
Ich für mich glaube nicht, dass ich das kann, jede Stunde meines Lebens geniessen. Aber so leben, dass man zufrieden ist, dass sollte möglich sein und schon das ist oft schwer genug. Aber zufrieden sein und geniessen können sind vielleicht Geschwister im Geiste.

Ein Sinnbild von Leben und Tod liegt bei uns im Garten, die Kängurufamilie geniesst darauf das schöne Wetter.



Der Ast wurde letzten Herbst abgeschnitten und nun treibt er aus, ohne Erde, ohne Wasser. Er lebt aus sich selbst heraus weiter.
Aus sich selber schöpfen zu können, mit sich selbst im Reinen zu sein, so zu leben, dass man auch Freude in das Leben von anderen Menschen bringen kann, das sind für mich Lebensziel.
Ich bin auf dem Weg, noch nicht am Ziel.

Vielleicht habt ihr auch Haltungen dem Leben gegenüber, die euch wichtig sind.

Kommentare:

  1. Liebe Allerleirauh,

    das hast Du schön geschrieben.
    Auch ich glaube nicht, dass man tatsächlich jede Stunde genießen kann. Ich glaube aber ,dass bestimmte Dinge einem die Augen öffnen können für das, was tatsächlich wichtig ist.

    Wenn man sich darauf einläßt, entsteht so eine Art Quintessenz und vieles (oft kleine Dinge) bekommt automatisch einen größeren Wert.
    Vielleicht macht das dann auch zufrieden - die wichtigen Dinge zu genießen. Und diese Momente geben dann auch Kraft für die "unwichtigen".

    Liebe Grüße auf Deinen Weg,
    Kathrin

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  2. Berührender Text.
    Lieber Gruss
    Bettina

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  3. Habe mir die Vorschau zu diesem Film gerade angesehen. Mich nimmt so etwas immer total mit. Erinnert mich an meine eigene Geschichte und lässt die Ängste so schnell hochschnellen, dass es mir die Luft nimmt. Und doch - der "Schock-Effekt" öffnet die Augen, für das was/wer wirklich wichtig ist. Und rückt manches wieder ins richtige Licht. Gerade habe ich mich unheimlich über eine Banalität geärgert... dann las ich deinen Post und *flutsch*: weg ist das Ärgern. Es gibt wahrhaft besseres mit unserem Leben anzufangen als sich zu ärgern. Und deine Zeilen sind sooo wahr... zufrieden sein so im Großen und Ganzen, das ist etwas das man auch erreichen kann. Ständig nur genießen, das kann wohl kaum jemand, denke ich.
    Und die Kanguruhs auf dem Zweig zeigen auch, wie stark die Natur ist. Sie braucht nicht wirklich Menschenhand, auch wenn wir das manchmal meinen. Alles Liebe Allerleirauh und danke für deine Zeilen. maria

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  4. ständig nur glücklich sein, nein das geht nicht. da würde mensch ja nix mehr von spüren, ohne das gegenstück des glücks.

    doch zufriedenheit ist etwas, das mensch üben kann, und dann macht es das leben leicht und entspannt(er). naja nicht immer, klar gibt es jedemenge momente, die nicht leicht sind, aber so im grundsatz zufrieden zu sein und nicht mit dem eigenen leben, den lebensumständen und dem schicksal zu hadern, sich nicht an kleinigkeiten festzubeißen, sondern das beste draus zu machen, großherzig zu sein, das ist ein schönes ziel!

    ich habe im rahmen meiner fastenzeit - verzicht auf zucker, alkohol, schokolade und manche internetstunde - nach dem beginn der japan-katastrophe beschlossen, außerdem UNZUFRIEDENHEIT zu fasten. und es gelingt oft ganz gut, ändert den blick aufs leben. ich versuche es manchmal zu sehen wie durchs objektiv einer kamera: mit dem zoom kann ich ganz nah auf den kleinschei** im leben gucken; mit dem weitwinkel aber behalte ich die übersicht, verliert der kleinkram seine wichtigkeit.

    eine schöne übung ist es auch, statt abends im bett zu grübeln, sich an etwas wirklich schönes, herzerwärmendes des tages zu erinnern und darein zu vertiefen.

    (ich lese sehr gern bei dir und finde deine gedanken sehr anregend!)

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  5. Yupp : mein Vater schrieb immer in Poesie-Alben: Sei so wie Du bist - oder sei immer Du selbst.
    Ich habe heute in etwa einen Spruch geschrieben: Es ist nicht wichtig von anderen geliebt zu werden, sondern sich selber zu lieben, damit man glücklich ist. ( hat aber nichts mit Egoismus zu tun, sondern man soll lernen sich so anzunehmen, wie man ist und damit glücklich zu sein. ) Und ein glücklicher Mensch schenkt anderen auch Freude und Fröhlichkeit - Menschlichkeit etc.
    Meine Freundin rief mich heute an und meinte: " Ach es ist so schön, Dich als Freundin zu haben!" ich wußte gar nicht wie ich das zu deuten hatte - also nach kurzer Zeit dachte ich: ah - sie sagt wirklich einfach mal gerade heraus, daß sie mich so mag wie ich bin - und das werde ich mir merken: Sag den anderen ruhig mal, daß Du sie magst! Es tut einem sehr gut!
    Also hiermit sage ich Dir: Ich mag Dich - zumindest mit dem Bild, welches Dein Blog mir vermittelt!
    Ja - und liebe das Leben.
    Meine Mama ist gerade mal zwei Jahre älter als ich jetzt bin geworden - und ist an Brustkrebs/Leberkrebs gestorben. Also ich weiß wovon solche Geschichten handeln!
    Liebe Grüße Tinki

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  6. Ich danke euch für das Teilen eurer Gedanken.
    Es wird mir bewusst, wieviele zum Teil nicht einfache Schicksale sich hinter all diesen Blogs verbergen mögen.
    ♥-lich. Allerleirauh

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  7. Das was Du hier geschrieben hast,durfte (ja, ich schreibe bewusst durfte) ich gerade selbst erleben. Ich kann sicherlich auch nicht jede Stunde und auch nicht jeden Tag des Lebens genießen. Ich werde sicherlich auch weiterhin manchmal nörgelig und unausstehlich sein. Aber wie Du schon schon so treffend schreibst, ich bin zufrieden mit meinem Leben und ich werde versuchen den kleinen Glücksmomenten noch mehr Bedeutung zukommen zu lassen. Was ich spüren durfte, als meine liebe Freundin unsere Erde hier verlassen hat, war das große und wahre Glück und eine Zufriedenheit die ich nicht beschreiben kann. Es hat mich gestreift dieses Gefühl - und dort wo es mich streifte ist ein heller Glanz.

    Danke für Deine Worte in der rechten Zeit (für mich) C.

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  8. Liebe Allerleirauh,
    deine Gedanken sind mir so vertraut - und deine Worte tun mir gut. Das Bild von deinem Symbol-Ast rührt mich unglaublich an. Es ist ein sehr starkes, kraftvolles Bild.
    Unsere Welt unterliegt nun mal dem Gesetz der Polarität - diese Wahrheit liegt in der alten Redensart: Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Und so kann ich mich auch immer wieder mit meiner Traurigkeit aussöhnen. So stark wie das Pendel nach der einen Seite ausschlägt, so stark wird es auch immer nach der entgegengesetzten Seite ausschlagen. Wir können das eine eben nicht ohne das andere haben. Und es ist ein unglaublicher Reichtum, wenn wir diese ganze Palette an Gefühlen auch er-leben können. Immer nur glücklich und fröhlich - das ist mir unheimlich.
    Zum Leben gehört eben Sonne und Regen - nur dann entsteht auch ein wunderbarer, farbiger Regenbogen.
    Ich wünsche dir viel Freude beim Nachtmarkt und viele interessante Begegnungen.
    Herzliche Grüße
    Antje

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  9. Liebe C.
    vielen Dank für deinen Kommentar.
    Vom Tod kann man das Leben lernen, so habe ich einmal gelesen. Geburt und Tod, die wohl intesivsten Momente im Leben eines Menschen.
    Einen Mensch in den Tod begleiten kann ein Geschenk sein, es ist aber ein Geschenk, dass man nicht gerne auspackt...und wenn man es trozdem tut, dann ist es ein grosser Gewinn für das eigene Leben. So empfinde ich das, aus dem was du schreibst
    Liebe Anja
    Lachen und Weinen, beides hat seine gleiche Wertigkeit, aber oft zeigt man nur das Lachen und das sagt wiederum viel über unsere Gesellschaft.
    Liebe Grüsse, Allerleirauh

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