Donnerstag, 7. Oktober 2021

Ich filze noch

Auf meinem Blog kann man den Eindruck bekommen, dass ich gar nicht mehr filze.

Das stimmt natürlich nicht, ich filze noch recht viel. Die Figuren zeige ich aber meist nur auf Instagram @allerleirauhfilz.

Zu meiner grossen Freude, bekomme ich auch immer wieder Aufträge, so wie diese beiden Zwerglein, die in einen Kindergarten dürfen.

Ich werde sogar wieder an Märkten teilnehmen, am 30. Oktober in Mettmenstetten und  am 7.11. im Quartiertreff Hirslanden in Zürich.
 

Dienstag, 5. Oktober 2021

Samenspenden

 

Etwas was ich, aus mir unerklärlichen Gründen, immer vor mir her schiebe ist die Steuererklärung machen.

Da ich zu den Kleinstverdienerinnen gehören, ist es ja wirklich kein Ding.

Aber vielleicht ist ja auch das gerade der Grund, zu sehen, wie wenig am Ende des Jahres so übrig bleibt, nach Abzug aller Spesen.

Dieses Jahr sind aber Abzüge dabei, die mich wirklich sehr freuen. Es sind Spendenbestättigungen in Höhe von 770.-Fr., die ich auf Grund meiner Sämchenaktion überweisen konnte.

Wer hätte damals gedacht, was dieser Virus für einen Samen in die Welt setzt...

 

 

Mittwoch, 29. September 2021

Zertifizierte Begegnungsclownin

 

 
Am Samstag ging meine zweijährige Weiterbildung zur Begegnungsclownin offiziell mit einer Feier zu Ende.


Zu Feiern gehören auch Geschenke.
Jede Clownin aus unserer Ausbildungsgruppe hat ein persönliches Geschenk für unser Kursleiterinnenteam mitgebracht.
Für unsere Nachfolgerinnen in unserem Heim haben ich auch etwas gebastelt.
 

 
Sehr habe ich mich über den schönen Blumenstrauss verbunden mit den besten Wünschen von unserem Heim gefreut.
 

Wir haben nun ein Zertifikat und einen grossen Schlüssel, um all die Herzen aufzuschliessen, die uns auf unserer Wegen begegnen werden.
 

 
Ein schönes Geschenk war auch, dass wir Dank 3G, unsere Feier maskenfrei und mit viel Nähe geniessen durften.
Es waren, auch auf Grund der Pandemie, zwei sehr lehrreiche Jahre und ich nehme viele schöne Erinnerungen mit an all die vielen Begegungen mit den Menschen in unserem Ausbildungsheim.
 
 
 

Montag, 6. September 2021

Abschiedsbesuch


 
Am Freitag bin ich zum letzten Mal in das Seniorenzentrum gegangen, das ich zusammen mit meiner Partnerin im Rahmen einer Weiterbildung zwei Jahre lang besucht habe.
Leider war meine Kollegin krank und ich musste/durfte den Besuch alleine machen.
Zu zweit ist es natürlich schon schöner und auch einfach.
Ich bin ein Clownin, die Leben und auch etwas Wildheit ins Altersheim bringen möchte und da muss man selber schon sehr viel Energie aufwenden, besonders, wenn man alleine unterwegs ist.
Weil das Wetter so traumhaft schön war, fand der Besuch draussen statt.
Ich habe das Thema "Abschied" aufgenommen und in meinen Koffer vom Nastuch bis zum Bettlacken verschiedenste Tücher mit unterschiedlichen Motiven gepackt.
Diese Tücher habe ich dann clownmässig nassgeweint, was die unterschiedliche Reaktionen von Lachen und Trösten hervor gerufen hat.
Ich habe draussen ein Wäschleine aufgehängt und all die verweinten Tücher aufgehängt.
Das gab mir zusätzlich eine Spielmöglichkeit. 
Mit einem Tuch bin ich bei jeder Bewohnerin bei jedem Bewohner vorbei und habe mich persönlich verabschiedet und einen Knoten in das Tuch gemacht, damit ich sie nicht vergesse.
So viele schöne, berührende Begegnungen durfte ich erleben, die ich alle in meinem Herzen mitnehmen werde.

 

 
Ein wunderbares Feetback habe ich von einer jungen Mitarbeiterin bekommen.
Sie sagte, wir hätten nicht nur die BewohnerInnen, sondern auch dass Personal glücklich machen.
Sie würden eine Antrag beim Chef stellen, damit wir bleiben können.
Das geht leider nicht, weil schon bald das nächste Ausbildungspärchen dort anfängt.
 

 
Darum bin ich jetzt auf der Suche nach einem neuen Heim.
Wenn jemand eines weiss oder Beziehungen hat, darf sich gerne bei mir melden.
Ich würde mich sehr freuen.
 

Donnerstag, 19. August 2021

Montagsmaler


 
Bei unserem letzen Clownbesuch waren wir mit dem Thema Malen und Zeichnen unterwegs.
Wir hatten Farben, Papier, den bunten Hahn und die Idee Montagsmaler zu spielen dabei.
Schon beim Anbringen des Papiers mit Klebeband an der Schranktür hatten wir die ersten Probleme.
Zum Glück bekamen wir Hilfe von Bewohnern und auch der junge Auszubildende hat gerne mitgespielt.
Beim Zeichnen und Erraten wurde viel gelacht.
Eine Frau, die eigentlich gar nichts mehr sieht, hat Finnland gemalt.
Das könne sie gut, den Finnland wäre eine Frau, hat sie gesagt.
Eine Frau, meinte das Haus, dass ich gemalt habe, wäre ein WC-Häuschen, da habe ich schnell noch ein Herz in die Türe malt und sie war zufrieden.
 
 

Was mich schon immer wieder sehr fasziniert ist, dass Menschen, die auf mich nicht mehr reagieren, plötzlich regelrecht erwachen, wenn ich eine Figur in die Hand nehme.
Manche streicheln sie nur, aber mache fangen auch an zu reden.
Eine Frau, wollte mit dem Hahn Eier stehlen gehen, aber man darf dass nicht erzählen, denn es wäre ja verboten.
Sie erzählt sehr lebhaft und verlässt man sie wieder, schaut sie wieder ins Leere.
Heute haben wir in so viele fröhliche Gesichter von BewohnerInnen und auch MitarbeiterInnen geschaut, das sind viele Farbtupfer die unsere Herzen bunter machen.

Montag, 16. August 2021

Lesezeichen

 

Ich habe mich sehr über den Auftrag von Frau WindWorte gefreut.

Die fünf Lesezeichentierkinder helfen vielleicht dabei, dass die kleinen Erstklässlerkinder zu grossen LeserInnen werden.


Montag, 2. August 2021

Regenzeit


"Singing in the rain" war letzte Woche unser Motto beim Clownbesuch im Altersheim.
Leider kommt die Musik immer noch nur aus der Konserve.
Das ist das, was ich am meisten vermisse, dass man immer noch nicht selber singen darf.
Die Maske vergisst man beim Spielen. Auch die alten Menschen, stören sich nicht an diesem Anblick. So hat mir eine Frau gesagt, sie schaue mich sehr gerne an.
Aber das gemeinsame Singen ist wertvoll und verbindend und das fehlt einfach.
 

Wir machen manchmal schon Dinge, wo man sich fragt, dürfen wir das?
Wir hatten Schirme dabei und als Clowns wollten wir sie natürlich auch benutzen.
Weil es in den Räumen aber nicht regnet, haben wir mit einer Sprühflasche selber für Regen gesorgt.

Meine Partnerin hat sich mit einem Schirm schützend vor die BewohnerInnen gestellt.
Es gab dann immer wieder grosses Gelächter, wenn die eine oder andere doch etwas Wasser abgekommen hat.
Alte Menschen sind nicht aus Zucker.
Das zeigt uns auch der Befehl einer Frau an ihre Mitbewohnerinnen: "Nun winkt doch mal, ihr faulen Hund.", weil sie fand, sie würden sich zu wenig enthusiastisch von uns verabschieden.
Respekt und einfühlsames Verhalten ist sehr wichtig, aber es darf auch immer mal wieder wild zu und her gehen. 

Für mich ist es auch eine Form, die alten Menschen ernst zu nehmen und sie nicht wie hilflose Kinder zu behandeln.

Wir sind ja nur in den Gemeinschaftsräumen unterwegs. Dort sitzen die Menschen, die schon sehr eingeschränkt sind. Menschen, die noch fit sind, gehen uns aus dem Weg. Das hängt sich auch damit zusammen, das der Ruf von Clowns nicht gerade der Beste ist. 

Ein alter Mann hat uns auch mal gesagt, er sei doch kein Kind. Gerade dieser Mann wurde diesmal in den Gemeinschaftraum gesetzt. Er hat mehrmals zu seiner Betreuerin gesagt, er wolle uns nicht sehen, wurde aber immer wieder beschwichtig. In solchen Situationen die Freude zu behalten finde ich schwierig.

Das ist irgendwie die grosse Kunst, die Freude und innere Sicherheit zu behalte, auch wenn man auf Ablehnung stösst.