Dienstag, 20. Juli 2021

Auszeit


 Ich bin ein paar Tage in den Bergen und am Sonntag bin ich von 13 bis 17 Uhr am Koffermarkt in Adelboden.

Sonntag, 18. Juli 2021


 

An Freitag gingen wir mit dem Thema "Fischen" ins Altersheim.
Meine Clownpartnerin hat allerlei Gegenstände mit Magneten versehen, die man mit Hilfe einer Angel aus dem Bollerwagen Fischen konnte.
Ich hatte einen Fisch in einer Handtasche dabei.
Viele von unseren BewohnerInnen sind in ihren Fähigkeiten schon sehr eingeschränkt. Gespräch sind oft nicht mehr möglich.
Diese Gegenstände ermöglichen Spiel-und Gesprächsstoff.
Mit einem Schraubenzieher konnten wir z.B. meine lockeren Schrauben wieder anziehen, bei einem Schlüssel, kam die Frage auf, wem der wohl gehört und welche Türe man damit aufschliessen kann.
Mein Fisch hätte kalt, meinte eine Bewohnerin und er bekam daraufhin eine Socke übergezogen.
Die Bewohnerin war sehr erleichtert, dass mein Fisch nun nicht mehr frieren muss.
Manchmal ist es aber auch erstaunlich, wie gut das Gedächtnis noch ist.
Einer Frau hatte ich, beim letzten Besuch, auf die Frage, warum ich so grosse Schuhe habe, erzählt, dass ich mit ihnen über das Wasser laufen könne.
Ich hatte das schon wieder vergessen, aber sie hat mich heute darauf angesprochen.
Ein Bewohner, der neu ins Heim kam, hat uns erzählt, dass drei seiner vier Kinder schon nicht mehr leben.
Als Clown kann man diese Tragik irgendwie viel einfacher als Teil des Lebens annehmen und sagen, dass das Leben oft auch einfach sehr traurige ist.
Worauf der Mann geantwortet hat, dass stimmt, aber man müsse das Leben nehmen so wie es ist und das Beste daraus machen.
Besonders schön war auch, einfach in die lächelnden Augen einer Frau zu schauen.
Wo keine Worte mehr sind, gibt es dennoch Möglichkeiten der Verbindung von Mensch zu Mensch.

Montag, 12. Juli 2021

Geburtstag feiern

 
 
Beim Clownbesuch im Altersheim letzte Woche hatt meine Kollegin Geburtstag, da lag das Thema Geburtstag feiern nahe.

Ich habe kleine Küchlein gebacken, die wir verteilt haben und meine Kollegin hat einen Bollerwagen geschmückt und Tischbomben gebastelt.
 
 

 
Es ist schön, die Menschen immer besser kennen zu lernen, weil man dann auch immer besser mit ihnen kommunizieren kann.
Es gibt aber auch immer wieder Überraschungen, wie die Frau, die seit Monaten nicht mehr geredet hat, plötzlich zu meinem Murmeltier gesagt hat, er wäre ein Frechdachs.
 
 

Eine Frau von einem bettlägerigen Bewohner kam, angelockt vom Gelächter im Aufenthaltsraum, auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich nicht kurz ins Zimmer von ihrem Mann kommen könnte.
Das habe ich natürlich gerne getan und mich einmal mehr gefreut, zu sehen, wir wert- und sinnvoll Clownbesuch sind.
 

 
Wir bringen Moment der Freude und Leichtigkeit mit und ich denke, davon bleibt auch etwas zurück, wenn wir schon wieder gegangen sind.
Da mein Kollegin gerne zaubert habe ich ihr ein Buch geschenkt und klar gehört da auch ein Buchzeichen von mir dazu.
 

 

Dienstag, 6. Juli 2021

Kaya 4.4.2009 - 5.7.2021

 


12 Jahre lang war Kaya mein treuer Begleiter.

Ich werde ihn sehr vermissen, auf meinen Wegen, die ich jetzt ohne ihn gehen muss.

 

Nachdem ich zwei Blindenführhundwelpen gross gezogen habe, war der Wunsch nach einem eigenen Hund in mir gewachsen. Damals Ja zu Kaya zu sagen, fiel mir trotzdem nicht leicht. Dieses Ja hatte mir innerhalb von 10 Tagen 8 Migräneanfälle eingebracht. 

Denn mein Kopf sagte mir ganz richtig, die Entscheidung für einen Hund ist eine Entscheidung mit langfristigen Auswirkungen. Ein Hund kostet Zeit und Geld. Neben vielen schönen Begegnungen muss man auch immer wieder als Mülleimer für frustrierte Menschen dienen, die ihre Unzufriedenheit an Hunden, respektive ihren Besitzern abreagieren müssen, gerade wenn Hund noch jung und unerzogen sind. Mit den Jahren werden solche Begegnungen zum Glück aber weniger.

Ausserdem ware meine Kinder schon selbständig und mit einem Hund wird alles wieder komplizierter. Man nimmt sich schon ein Stück Freiheit und Spontanität.

Die Entscheidung für einen Hund kann man im Grunde nur vom Bauch aus getroffen werden.




Alle Vorbehalte meines Kopfes waren nichts, gegen das, was Kaya mir gegeben hat.
Er war für mich und meine Familie das grosse Los und hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, auf sein Herz zu hören. 

 

 

Wie unendlich dankbar war ich, dass Kaya da war als es meinem Sohn eine zeitlang psychisch nicht gut ging und nicht aus dem Haus wollte

Aber mit Kaya ist er spazieren gegangen und ich wusste Kaya passt auf ihn auf und so war es auch. Die Spaziergänge mit Kaya haben meinen Sohn gut getan.

 

Kaya hat auch viel Fröhlichkeit in die oft bedrückenden Besuche bei meine Mutter gebracht, in der Zeit als sie pflegebedürfig war. 


Er hat mich auf unzähligen Spaziergängen und Wanderungen begleitet und war für mich Bewegungsmuffel mein personal trainer.

Er war ein ruhiger Hund, sehr freundlich zu Menschen und auch zu Artgenossen. Nie hatte ich eine schwierige Situation mit anderen Vierbeinern, worüber ich wirklich glücklich war.
Er war unglaublich souverän.
Er war kein Schmusehund, er war nicht so eine Hund der unbedingt gefallen will.
Kaya heisst auf türkisch Felsen und das war er auch, ein Fels in der Brandung.
Er war einfach gut so, wie er war.
 

 
Sehr dankbar bin ich auch, dass er trotz seiner chronischen Krankheit so ein langes und gutes Leben hatte.
Ich kann mir das Leben ohne ihn noch gar nicht wirklich vorstellen.
Er wird mir und meiner Familie sehr fehlen.

 

Dienstag, 22. Juni 2021

Auf der Baustelle


 
Das Thema bei unserem Clownbesuche letze Woche war "Baustelle".

Man könnte vielleicht meinen, das wäre ein merkwürdiges Thema in einem Altenzentrum mit hauptsächlich weiblichen Bewohnerinnen.
Da denkt man eher an Stricken und Wäsche zusammen legen.
 

 
Clowns dürfen aber frischen Wind, in Form von Unerwarteten, mitzubringen.
Die Frauen machten auf jeden Fall grosse Augen als ich meine Kollegin im Schubkarren in den Raum geschoben habe.
Beim Absichern des Zimmers mit Bändern, beim Aufstellen der Schilder und beim Zusammenbau einer Holzeisenbahn, mit tatkräftig Hilfe der BewohnerInnen, gab es immer wieder Gesprächstoff und viel zu lachen.
Wir fragen uns schon immer wieder, nehmem wir die alte Menschen nicht ernst, wenn wir Kinderspielzeug dabei haben.
Ich denke, wir sind immer wieder aufgefordert unsere eigenen Schranken im Kopf nieder zu reissen und wir dürfen spielerisch auszuprobieren. 
Wir merken ja schnell, wenn den BewohnerInnen etwas nicht gefällt. 
 
 

Dass unsere Besuche geschätzt werden zeigt, dass ein Foto von uns für die Titelseite des Jahresberichts ausgewählt wurde.
Wir haben uns sehr darüber gefreut.

Sonntag, 20. Juni 2021

Beflügelnde Rückmeldung

Wenn man in Kindergärten spielt, sehen die Kinder oft zum ersten Mal in ihrem Leben ein Theaterstück.

Da trägt man schon eine grosse Verantwortung, finde ich.

Wenn die Rückmeldung so ausfällt ist das wunderbar und erfreut mein Herz: 

 "Vielen Dank für ihren zweiten Besuch bei uns, wir waren alle begeistert und haben das Theater sehr genossen!! 

Die Kinder haben am nächsten Tag ganz viel von der Geschichte erzählt und haben gefragt, wann wir wieder ins Theater gehen können. Danke auch fürs Zuschicken des Farbenliedes."

 
Nun hoffe ich sehr, dass sich meine Agenda mit neuen Spielterminen füllt.

Mittwoch, 16. Juni 2021

Aus zwei mach sechs

Ein halbes Jahr ist es her, seit meiner letzten Figurentheatervorstellung.

Das ist eine lange Zeit und so war ich doch etwas nervös, denn auf dem Programm standen am Montagmorgen und Dienstagmorgen drei Kindergartenvorstellungen.

Das war igendwie schon von 0 auf 100 für mich. 




Das die Kindergartengruppen sich nicht mischen dürfen, spiele ich statt an einem Morgen zwei Vorstellung, jeweils drei an zwei Tagen. Statt 60 Kinder hatte ich nun nur 20 pro Vorstellung, was sehr schön war, weil so jedes Kind nahe am geschehen ist.
Dadurch waren es Vorstellungen mit konzentrierten, aufmerksamen Kindern.
 
Ich bin sehr dankbar, dass der Schule Theater so viel wert ist, dass sie das auf diese Weise Kinderkultut möglich gemacht hat.

 
Vor 1,5 Jahren habe ich in diesem Kindergarten mein "Wilhemine"- Stück gespielt schon und es gab Kinder, die sich an mich und meine damalige Geschichte erinnert haben.
Das hat mich schon sehr gefreut.
 
 
Ich spiele sehr gerne in Kindergärten, weil ich dort auf Kinder treffe, die wahrscheinlich nie mit ihren Eltern in ein Theater gehen würden. 
Wenn ich sehe, wie sie strahlend vor mir sitzen und mit der Geschichte mit gehen, dann finde ich das einfach sehr beglückend.
 
Ich hoffe sehr, dass das Theater nun aus seiner Verpuppung heraus zu vielen schönen Höhenflügen starten kann.

Donnerstag, 10. Juni 2021

Sonntag, 6. Juni 2021

Schön war es

 
Schöne, entspannte, familiäre Markttage liegen hinter mir.
Es ist lange her, dass ich mit so vielen, mir unbekannten, Menschen im Gespräch war.
Ich schätze das schon sehr, dass das wieder möglich ist.
In die Galerie Tenne kam schon nicht so ganz mein Zielpublikum, aber ich bin mit den Verkäufen zufrieden.
Aufwand und Ertrag durfte ich bei den Märkten ja noch nie ins Verhältnis setzen.
Aber Marktfahren ist schon etwas, wo es mir immer wieder den Ärmel rein zieht. 
Es gibt halt auch immer wieder viel zu lachen.
Es ist auch immer mal wieder so, dass sich nach den Märkten noch Menschen melden. 
Es ist eben auch eine Werbeplattform.
 

 

 

Freitag, 4. Juni 2021

Es geht wieder los

 

Es ist eine Freude, wieder im "wirklichen" Leben meine Figuren ausstellen zu dürfen. Der Besucheranstrum lässt zwar noch Wünsche offen, aber der Anfang ist gemacht.

Ich habe auch schon Figuren verkaufen können. Die Standbebühren sind zwar noch nicht drin, aber ich bin ja noch zwei Tage dort und somit guter Hoffnung.

Meine Mitaustellerinnen haben auch schöne Dinge zu verkaufen.

Ein Besuch lohnt sich, in der Galerie Tenne in Schwamendingen/ Zürich. Heute von 15 bis 19 Uhr und morgen von 11 bis 17 Uhr.

Mittwoch, 26. Mai 2021

Guggus da

 

Langsam schiesst das zarte Pflänzchen Hoffnung schön ins Kraut und auch  Markttermine sind in meiner Agenda vereinzelt und mit Vorbehalt zu finden.

Das der Kunsthandwerkermarkt nächte Woche in Schwamendingen statt finden kann, ist nach den heute beschlossenen Lockerungen, sehr sicher.

Ich freue mich sehr darauf und hoffe auf zahlreichen Besuch und schöne Begegnungen.

Montag, 17. Mai 2021

Erwartungslos loswandern

 
Das Leben kehrt zurück in die Altersheime und es kehrt auch zurück in Form von BesucherInnen.
Das kann für uns Clowns bedeuten, dass BewohnerInnen mit ihren Angehörigen in ihren Zimmern sind und in den öffentlichen Räumen für uns die Situation folgendermassen aussieht:
 
Da sitze ein Herr A, er kann kaum mehr hören und wenig sehen,  Frau B, welche stereotyp immer die gleiche Bewegung ausführt und ansonsten in ihrer eigenen Welt versunken ist, sowie  Frau C, welche hin und her pendelt zwischen einem leichten Dämmerzustand, aber auch immer wieder aufwacht, sehr lebendig wird und immer wieder die gleichen Sätze wiederholt.
 

 
Uns war schnell klar, dass wir hier mit unserem Wanderthema nicht weit kommen würden.
Da stehte man dann etwas hilflos vor diesen Menschen und weiss erstmal nicht, wohin des Weges.
Es ist für mich das Schwieriges am Clownin sein, keine Erwartungen zu haben, das eigenes Ego zurück zu schrauben und zu akzeptieren, dass es auch gut ist, wenn fast nichts passiert.
Wenn Frau B kurz innehält in ihrer Bewegungen, dass Murmeltier anschaut und nickt, wenn Herr A zu meiner Kollegin sagt, sie solle wieder von der mitgebrachten Leiter herunter kommen, weil er Angst um sie hatte und wenn Frau C uns immer wieder anlächelt und sich für Nichts überschwenglich bedankt.
Das mag wenig sein, vielleicht ist es aber auch viel.
Wir sind einfach da, für die Menschen, welche gerade keinen Besuch haben.

 

Sonntag, 9. Mai 2021

Ob Mutter oder nicht...

 
...ich wünsche allen einen schönen Tag

Freitag, 7. Mai 2021

Kleine Geschichten aus dem Altersheim

Gestern bin ich zu meiner Clownfreundin in den Thurgau gefahren. Meine Freundin geht dort regelmässig in ein Altersheim und ich begleite sie schon seit Jahren drei bis vier Mal im Jahr. Wegen Corona war mein letzter Besuch im August letzten Jahres. 

 Meine Lieblingsfrau ist gestorben. Obwohl unser Kontakte nie lange waren, hatten sie eine besondere Innigkeit. Sie wird mir als verschmitzte, liebevoll Frau in Erinnerung bleiben. 

Die Frauen, die mich schon kannten, haben mich freudestrahlend begrüsst, was mich sehr gefreut hat. Dann gab es auch viele neue BewohnerInnen. 

Es hat sich da ein Gruppe von gut gelaunten Frauen gefunden, die unsere Spässe noch zu toppen wussten. So wurde ein Gänseblümchen im Mund einer Frau durch die Spucke am Leben gehalten. Eine andere erwiderte auf den Spruch meiner Freundin, eine Frau hätte statt einer neuen Linse eine Linzertorte ins Auge operiert bekommen, dass diese Torten im Dorfladen halt gerade Aktion sind. 

Mir erzählte eine Frau, dass man am Muttertag eine Himmelleiter suchen muss und wenn man sie gefunden habe, müsse man mit einem Blumenstrauss ganz alleine in den Himmel steigen und der Mutter den Blumenstrauss geben. Man dürfe aber nur Guten Tag und Auf Wiedersehen sagen und gleich wieder gehen. Dann schliesst sich der Himmel wieder. 

Da war aber auch der alte Bauer, der geweint hatte, weil er sich nicht mehr um seine Kühe kümmern könne. Da kann man dann nur ein Taschentuch holen und sagen,dass das traurig ist und dass es gut ist, wenn man weinen kann. Manchmal wird es dann leichter. 

Meine Freundin und ich waren völlig beglückt, wie jeder Mensch, im Rahmen seiner Möglichkeit, auf uns reagiert hat. 

Ich war jetzt in den letzten zwei Wochen in vier verschiedenen Heimen und ich empfinde das Verhalten der Menschen wieder so, wie vor Corona und das finde ich wirklich sehr schön.

Samstag, 1. Mai 2021

Von Tüten und und Fremdsprachen

Gestern sind meine Clownpartnerin und ich ohne Thema, aber mit vielen unterschiedlichen Tüten, auf Clownbesuch ins Altersheim gegangen. Tüten laden zum spielerischen Tun ein. 

Für eine alte Frau, deren Gegenwart aus ihrer Zeit als Mutter besteht, wurden zwei Brottüten zu ihren Kindern. Sie hat sich mit ihnen unterhalten, hat mit ihnen gelacht, hat sie ermahnt und ihnen auch mal einen Klaps geben. Ich habe die Papiertüten etwas animierte und sprachlich das, was sie gesagt hat, einfach bestärkend wiederholt. 

Es war für mich sehr faszinierend, an diesem lebhaften Geschehen teilzuhaben und zu sehen, wie glücklich die Frau in diesem Moment war.

Als Privatperson gehe ich Menschen, die mir signalisieren, dass sie an mir nicht interessiert sind, aus dem Weg. Als Clownin ist das anders. Eine Frau, die sehr abweisend auf mich gewirkt hat, habe ich angesprochen und gesagt, dass mir ihr Mundharmonikaspiel beim letzten Besuch sehr gefallen hat. Sie fängt an zu strahlen und bedankt sich. 

Wir haben in der Ausbildung eigentlich gelernt, Menschen, die wir noch nicht so gut kennen, möglichst keine Fragen zu stellen, weil es sie verwirren könnte,wenn sie keine Antwort wüssten. Aus einem Impuls heraus, habe ich die Frau gefragt, ob sie traurig sei. Sie schaut mich ganz erstaunt an und sagt: Nein, sie freue sich, es bringt ja nichts traurig zu sein. Ich war schon sehr verblüfft, wie falsch ich den Gemütszustand dieser Frau eingeschätzt habe. 

Im Grunde ist es oft so, als würden die alten Menschen eine Fremdsprache sprechen, die wir erst entschlüsseln müssen. Es ist schön, wenn das gelingt.

Mittwoch, 28. April 2021

Luise Schussel allein auf Besuch

 

 

In der Regel sind Besuchsclowns zu zweit unterwegs.

Als dann die Anfrage eines kleinen familiäre Altersheim mit 11 Bewohnerinnen kam, ob ich einmal zu ihnen kommen möchte, war ich etwas unsicher, ob ich das auch alleine kann.

Auf der anderen Seite war das eine schöne Chance, mich in so einer kleinen Gruppe als Clownin auszuprobieren.

Aber wer nicht, der wagt nicht gewinnt und darum war ich gestern im Spyrigarten in Hirzel auf der Suche nach der grossen Liebe.

Bei strahlend schönem Frühlingswetter hatte man die Frauen im Kreis auf der Terrasse, unter einem grossen Sonnenschirm, um mich herum gruppiert und der Besuch konnte beginnen.

Ich versuche eher wenig, dafür zum Thema passende Dinge, für meine Besuche mitzunehmen.Meine Konzentration soll auf die Menschen und nicht auf die Materialien sein.

Aber sie sind natürlich beim Hilfsmittel, um in den Kontakt zu kommen.

Um bildlich zu illustrieren, wie gross meine Liebe, die ich finden möchte, sein sollte, hatte ich ein Herz und einen Meterstab dabei.

Das Eichhörnchen hat am Schluss allen Frauen ein Filzherzchen überreicht.


 

 

Mein Clownschuhe entsprechend voll dem Clownklischee.

Aber ich liebe sie und die Geschichte, wie sie zu mir gekommen sind.

Ich war vor Jahren im Schwarzwald eine Woche Fastenwandern und habe dort eine ältere Frau kennen gelernt, die, wie es der Zufall so will, früher als Clownin unterwegs war.

Sie hat mich gefragt, ob ich ihre Schuhe gebrauchen könnte und ein weiterer Zufall wollte es, dass sie in Zürich lebt. So konnte ich sie persönlich abholen, weil ich ja auch in der Nähe von Zürich wohne.

Diese Schuhe sind ein Hingucker und natürlich immer wieder ein Gesprächsthema bei den alten Frauen.

Gestern war das besonders lustig.

Eine Frau hat mich gefragt, ob ich wisse, für was meine grossen Schuhe gut seien.

Nachdem ich verneint habe, hat sie gesagt, da könne man sehr gut hinein pisseln.

Ich habe geantwortet, das ist eine super Idee, dann tröpfelt es hinten heraus und ich finde an der Spur den Weg wieder zurück.

Genau dieser Dialog hat sich während der Stunde etwa fünf Mal wiederholt, ein richtiger running gag.


 Eine schon sehr demente Frau murmelt vor sich hin: Was soll ich machen, was soll ich machen?"

Ich nehme den Faden auf und sage: "Im Leben ist es wirklich eine der schwierigsten Fragen, was man im Leben machen soll."

Dann frage ich in die Runde, was man den machen könnte, wenn man nicht weiss, was man machen soll.

Die Antwort kam von einer fast hundertjährigen Frau: "Ganz einfach, sich freuen."

Alle haben sich über diese herzerwärmende Antwort  gefreut.

 


Ich interessiere mich auch für die Geschichte der alten Menschen.

So habe ich eine Frau, mit polnischen Vorname gefragt, wie sie zu ihrem besonderen Namen gekommen ist.

Sie hat mir dann erzählt, dass ihre Eltern ein Wirtshaus geführt hätten und dort ein polnisches Mädchen mit diesem Namen angestellt war. Den Eltern hätte der Name gefallen und so habe sie diesen Namen bekommen.

Ich habe gestaunt, dass es damals schon Menschen aus Polen gab, die in der Schweiz gearbeitet haben und die Pflegefachfrau, die zugehört hatte, war überrascht, da sie diese Geschichte aus dem Leben dieser Frau nicht gekannt hatte.

Es war für mich eine beglückende Stunde mit den 11 Frauen mit vielen schönen Begegnungen und das Schöne ist, ich darf wieder kommen.

Was mich besonders freut, weil dass Heim schon mal eine Versuch mit einer Clownin gemacht hat, die von den Frauen aber nicht akzeptiert wurde, weil sie zu laut gewesen zu sei.

Bei den Clowns ist es eben wie bei den Menschen, es gibt solche und solche.