Dienstag, 11. Januar 2011

Blogfieber


Folgende Überlegung stand als Kommentar unter meiner letzen Post:
Ist es nicht auch eine "Krankheit" unserer Zeit, sich in blogs "darzustellen". Natürlich weisen alle, die im Netz unterwegs sind, weit von sich, dass sie dadurch andere Lebensbereiche vernachlässigen, die mehr mit der "wirklichen Welt" zu tun haben.Und hat nicht ein blog, der andere ermutigt etwas zu tun, statt vor dem Rechner zu sitzen (ich kenne den blog übrigens nicht)auch eine gewisse Daseinberechtigung und sogar positive Ansätze?

Diese Worte hat mich nicht verletzt, sondern sind willkommen Gelegenheit mir Gedanken zu dieser These zu machen:
Bloggen als Krankeit der Selbstdarstellung,  ein virtueller Narzissmusbazillus. 

Es ist nicht von der Hand zu weissen, das da ein Funken Wahrheit dahinter steckt. Aber ist das denn so verwerflich. Man schafft ein Bild von sich, wie man ist oder wie man gerne sein möchte, man visuallisiert sich im Netz. Gerade im Mentaltraining ist das einen anerkannte Methode auf dem Weg zum Erfolg. 
In einem Blog will ich nicht alles von mir zeigen, also wähle ich aus und zeige mich von der Schokoladenseite, weil ich Schokolade liebe.(o;
Bloggen ist für mich sehr kreativ, es ist sogar so, dass ich viel produktiver bin seit ich blogge, weil der Anreiz, die eigene Arbeit einer Öffentlichkeit zu präsentierern ein grosser Ansporn für mich ist.
So wirkt sich Bloggen durch aus sehr positiv auf mein reales Leben aus. 
Viele Blogs sind im Laufe der Zeit zu Verkaufsblogs mutiert, die E-books, Stickdatien, handwerkliche Produkte oder was auch immer, an die Frau bringen wollen. Auch da kann man nicht von Zeitverschwendung sprechen, sondern sie sind ganz im Sinne unserer Marktwirtschaft, eine kleines Geschäft geworden.
Die meisten, die einen Blog führen macht sich Gedanken und sich Gedanken machen ist wichtiger Teil unseres Lebens. BloggerInnen schreiben diese Gedanken halt einfach aufs virtuelle Papier, nicht mehr und nicht weniger. Und Menschen, die das lesen wollen haben dafür auch ihre Gründe, genauso wie sie zu einem Buch greifen.
Man kann sich im Netz stundenlang aufhalten, das ist wohl wahr, es hat auch einen Suchtfaktor, der nicht zu unterschätzen ist. 
Solange ich Spass am Bloggen habe, solange werde ich weiterbloggen. Sollte ich einmal keinen Spass mehr haben und trotzdem weiterbloggen, dann werde ich mir Gedanken machen, ob ich nicht in die Suchtberatung gehen sollte.




 

Sonntag, 9. Januar 2011

Auch eine Art Erfolgsgeschichte

Da gibt es einen neuen Blog, der innerhalb einer Woche schon mehr Leserinnen hat, als die meisten Blogs, die es schon jahrelang gibt. Die Bloggerin nennt sich die Ortungshüterin und gibt Tipps, die zu einem aufgeräumten Heim und Herd führen sollen.
Warum ist das Interesse an so einem Blog so der massen gross?
Ich denke mir, weil der Konsum ein wichtiger, vielleicht zu wichtiger Teil unsers Lebens geworden ist. Wir umgeben uns mit viel zu vielen Dinge, verlieren den Überblick und fühlen uns nicht mehr wohl. Wir arbeiten, um uns etwas leisten zu können, haben eine kurzes Glücksgefühl beim Kauf, um uns dann wieder frei und glücklich zu fühlen, wenn wir es wieder entrümpeln, sprich wegwerfen können.
Widersinnig und absurd finde ich das. Und so ist der Erfolg dieses Blogs im Grunde ein Zeichen für ein krankes Gesellschaftssystems. Wir haben zuviel und freuen uns am wegwerfen und in anderen Regionen dieser Welt, fehlt es den Menschen an allem.
Ich mag Ordnung auch und ich kaufe mir ab und an Dinge, die ich vielleicht nicht wirklich brauche, aber ich überlege mir den Kauf viel mehr, als ich das früher gemacht hätte. Wir haben eine Verantwortung für unsere Welt. Denn auch Dinge, die wir nicht mehr vor Augen haben, sind deswegen noch lange nicht aus der Welt geschafft.

Diese Kiste hat eine Nachbarin gestern in die Siedlungsgarage gestellt, Ironie des Schicksals, auch ein armes Entrümpelungsbuch ist nun Opfer seiner eigenen Philosophie geworden.

Samstag, 8. Januar 2011

Fotosafari

Meine Tochter hatte mich gefragt, ob ich Lust hätte, mit ihr am 1.Zücher Fotomarathon mitzumachen.
Aktive Mutter-Tochter-Zeit ist immer etwas Schönes und so sind wir heute Mittag bei herrlichstem Frühlingswetter durch Zürich gebummelt und hatte unseren Spass am Finden von Motiven für die 12 gestellten Themen.
Da wir so mit ganz anderen Augen durch die Stadt gingen, sah ich in einem Schaufenster dieses nette Notizbüchlein.


Ich bin gespannt, wie die vielen anderen Fotografen, die Aufgaben umgesetzt haben.

Freitag, 7. Januar 2011

Dame mit Hund

Das dritte Kleid aus diesem Buch, diesmal ganz schlicht, so dass der schöne Stoff ganz im Mittelpunkt steht:

So sieht das Modell im Buch aus:


Donnerstag, 6. Januar 2011

Hasenherz trinkt Tee


Manchmal in der Nacht läuft man durch Strassen und erhascht durch einen offen Vorhang einen Blick in ein anderes Leben. Blogs zu lesen ist für mich ähnlich, man schaut von aussen auf einen Menschen und sein Tun.
Manchmal hat man des Glück, diesen Menschen auch im realen Leben zu treffen. Bei Juliane war das so. Nun hat sie ihren Blog geschlossen und will das Puppenmachen ganz aufgeben. Viele Gedanken sind mir durch den Kopf gegangen, seit ich das gelesen habe.
Ihre Geschichte ist eine wahre Erfolgsstory, von aussen betrachtet. Ihre Puppen sind bezaubernd und haben die Herzen vieler Menschen im Sturm erobert. Sie selber ist eine sehr begabte Frau mit einer ganz besonderen Ausstrahlung. Ein Mensch, wie es nicht viele gibt.
Erfolg im Leben wünschen sich viele Menschen, ich schliesse mich da gar nicht aus.
Ich bin nirgends wirklich erfolgreich, mag sein, weil es in meinem Leben zu viele Dinge gibt, die ich gerne mache. Entscheidungen zu treffen fällt mir schwer, lieber warte ich ab und trinke eine Tasse Tee.
Bewundern tue ich Menschen, die mutig durch das Leben gehen, die konsequent sein können.
Auch wenn diese Konsequenz letztendlich bedeutet, dass einen wunderschönen Blog nicht mehr da ist, was ja im Grunde sehr traurig ist, weil etwas Schönes verloren geht.
Ich selber habe mich wohl damit abzufinden ein Hasenherz mein eigen zu nennen, das unentschlossen von Rübe zu Rübe hüpft.
Aber nicht jeder kann wohl das Herz einer Löwin besitzen und vielleicht ist das auch gut so.
Und was man aus dieser Geschicht auch noch lernen kann ist, dass Erfolg im Leben nicht alles ist.
Aber was im Leben wirklich wichtig ist, dass ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Sonntag, 2. Januar 2011

Gleich weit wie gestern...

...bin ich heute mit meiner Strickarbeit. Es hatten sich einfach zu viele Fehler eingeschlichen, so dass ich kurzerhand, alles wieder aufgeribbelt habe.


Stricken ist für mich reine Meditation. Maschen kommen und gehen, Gedanken kommen und gehen.

Ich stelle mir vor, dass wir am Anfang unseres Lebens in einer Reihe stehen und Gott oder wer auch imme, wirft uns einen Wollknäul zu. Knäule in alle Grössen und Farben sind darunter. Weiche Wolle, rauhe Wolle, dicke Wolle, dünne Wolle, alles ist vorhanden.
Nun fällt so ein Knäul in unsere Hände und wir sind aufgefordert unserern Lebensfaden zu verstricken.
Manche beschränken sich auf Glattrechts, manche stricken die kompliziertesten Muster.
Wie wir unser Leben gestalten liegt ein Stück weit in unserern Händen, wird aber auch bestimmt, durch die Qualität dens Garns, welches wir in den Händen halten und unseren Fähigkeiten damit umzugehen.
Manchmal lassen wir Maschen fallen, mühsam ist es, sie wieder herauf zu holen, je nach Muster gelingt es uns vielleicht gar nicht mehr.
Im Leben können wir nicht einfach wieder von vorne beginnen, wenn uns etwas nicht gefällt, aber mit einen neuen Muster können wir jederzeit beginnen.

Samstag, 1. Januar 2011

Neujahrswunsch 2011


Ich wünsche allen SeiltänzerInnen und mir selbst, dass wir Schritt für Schritt, suchend, tastend unsere innerer Balance finden mögen.
Und wenn wir doch einmal stürzen sollten, dass wir in einem weichen Netz, Geborgenheit und Schutz finden.