Folgende Überlegung stand als Kommentar unter meiner letzen Post:
Ist es nicht auch eine "Krankheit" unserer Zeit, sich in blogs "darzustellen". Natürlich weisen alle, die im Netz unterwegs sind, weit von sich, dass sie dadurch andere Lebensbereiche vernachlässigen, die mehr mit der "wirklichen Welt" zu tun haben.Und hat nicht ein blog, der andere ermutigt etwas zu tun, statt vor dem Rechner zu sitzen (ich kenne den blog übrigens nicht)auch eine gewisse Daseinberechtigung und sogar positive Ansätze?
Diese Worte hat mich nicht verletzt, sondern sind willkommen Gelegenheit mir Gedanken zu dieser These zu machen:
Bloggen als Krankeit der Selbstdarstellung, ein virtueller Narzissmusbazillus.
Es ist nicht von der Hand zu weissen, das da ein Funken Wahrheit dahinter steckt. Aber ist das denn so verwerflich. Man schafft ein Bild von sich, wie man ist oder wie man gerne sein möchte, man visuallisiert sich im Netz. Gerade im Mentaltraining ist das einen anerkannte Methode auf dem Weg zum Erfolg.
In einem Blog will ich nicht alles von mir zeigen, also wähle ich aus und zeige mich von der Schokoladenseite, weil ich Schokolade liebe.(o;
Bloggen ist für mich sehr kreativ, es ist sogar so, dass ich viel produktiver bin seit ich blogge, weil der Anreiz, die eigene Arbeit einer Öffentlichkeit zu präsentierern ein grosser Ansporn für mich ist.
So wirkt sich Bloggen durch aus sehr positiv auf mein reales Leben aus.
Viele Blogs sind im Laufe der Zeit zu Verkaufsblogs mutiert, die E-books, Stickdatien, handwerkliche Produkte oder was auch immer, an die Frau bringen wollen. Auch da kann man nicht von Zeitverschwendung sprechen, sondern sie sind ganz im Sinne unserer Marktwirtschaft, eine kleines Geschäft geworden.
Die meisten, die einen Blog führen macht sich Gedanken und sich Gedanken machen ist wichtiger Teil unseres Lebens. BloggerInnen schreiben diese Gedanken halt einfach aufs virtuelle Papier, nicht mehr und nicht weniger. Und Menschen, die das lesen wollen haben dafür auch ihre Gründe, genauso wie sie zu einem Buch greifen.
Man kann sich im Netz stundenlang aufhalten, das ist wohl wahr, es hat auch einen Suchtfaktor, der nicht zu unterschätzen ist.
Solange ich Spass am Bloggen habe, solange werde ich weiterbloggen. Sollte ich einmal keinen Spass mehr haben und trotzdem weiterbloggen, dann werde ich mir Gedanken machen, ob ich nicht in die Suchtberatung gehen sollte.